Burkhard Fehl beim Kirchentag
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Burkhard Fehl achtete als Helfer beim Kirchentag auch auf die Corona-Abstände.

Corona-Auflagen im Blick

Ein Virus namens Kirchentag - Burkhard Fehl aus Freiensteinau war in Frankfurt als Helfer aktiv

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Ein Virus hat Burkhard Fehl gepackt. Nein, nicht das Corona-Virus. Gemeint ist ein Virus im übertragenen Sinn: Der Freiensteinauer nimmt seit Jahrzehnten an allen Kirchentagen teil – kürzlich in Frankfurt am Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) war er erstmals als Helfer aktiv.

Frankfurt/Freiensteinau - „Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei – wahrscheinlich auch als Helfer, und einige Tage zum Umschauen auf dem Kirchentag.“ Das Fazit des 57-Jährigen fällt also positiv aus. In der Mainmetropole schob Fehl eine Woche lang Dienst am Eingang zur Halle 4 des Messegeländes. Innen war ein Studio aufgebaut, in dem Livestreams vom ÖKT produziert wurden. Der Vogelsberger und seine Mitstreiter hatten die Aufgabe, die Einhaltung der Corona-Auflagen zu überwachen: „Einige Techniker standen draußen in Gruppen eng zusammen. Die haben wir immer auseinandertreiben müssen. Dafür habe ich dann eine Corona-Latte mit Handschuh dran gefertigt, um deutlich zu machen, wie weit 1,50 Meter sind.“

Jede oder jeder – auch Prominente oder Politiker – mussten ihre Eintrittskarte scannen lassen. „Wenn es rot aufleuchtete, war der vorgeschriebene Fragebogen zu Corona nicht richtig ausgefüllt“, erläutert Fehl. Also musste nachgearbeitet werden.

Vogelsberg: Burkhard Fehl aus Freiensteinau war beim Kirchentag aktiv

„Ich war zum ersten Mal als Helfer dabei. Das war angenehm, auch mit den Leuten, die mit mir Dienst hatten. Wir haben uns stundenlang unterhalten. Manchmal musste ich rausgehen, weil der Munde trocken war“, schildert der Mann aus dem Vogelsberg den Umgang mit den Kolleginnen aus Hettenhausen in der Rhön und dem Raum Dieburg und einem Kollegen aus Heidelberg. Eine Episode „werde ich nicht vergessen“, sagt er: „Einer der Techniker bat darum, am Nordtor zwei Männer abzuholen, die nicht auf das Gelände gelassen wurden. Ich bin hin – doch da war niemand. Es stellte sich dann heraus, dass sie am Osttor warteten.“

Fehl ist als Zimmermeister und Betriebswirt bei einem Fertighaushersteller in Franken in der Werksplanung tätig. In seiner Freizeit engagiert er sich seit vielen Jahren beim Karnevalverein Kikiriki. In der Kampagne 2006/07 war er Prinz, im Vorstand ist er als Beisitzer und kümmert sich darum, dass die Aktivitäten auf Fotos oder Video festgehalten werden.

Corona-Maßnahmen im Blick: Diese Aufgaben hatte Burkhard Fehl in Frankfurt

Dem 57-Jährigen sind daher größere Veranstaltungen nicht fremd. Als 2003 Mitglieder der Kirchengemeinde zum ersten Ökumenischen Kirchentag nach Berlin aufbrachen, war Fehl dabei – und „seither immer wieder bei Kirchentagen gewesen. Das sind interessante Erlebnisse. Jeder trägt den Kirchentagsschal und man kommt sofort ins Gespräch. Es gibt keine Krawalle oder Streitigkeiten und kein böses Wort. Das Ambiente ist ganz anders als im Fußballstadion.“ (Lesen Sie hier: „Baumschubser“ für eine Million Bäume gesucht: „klimafairein“ bildet Teams für Pflanzaktionen im Vogelsberg).

Die Konzerte und Workshops – nicht zuletzt für die Jugend, was es in Freiensteinau in dieser Form nicht gebe –, aber auch zum Beispiel Kirchenkabaretts haben es ihm angetan. Hinzu kommt das Gemeinschaftserlebnis, wenn in Schulen geschlafen wird – oder der Familienanschluss. Fehl: „In Hamburg wohnten wir bei einer Familie mit Verwandtschaft in Mainz. Da hatten wir mit dem Karneval sofort einen Anknüpfungspunkt. Zum Kirchentag fährt man nicht unbedingt zum Beten und es geht nicht nur um Kirche. Es ist aber auch kein Urlaub, wenn man täglich von 8 bis 22 Uhr unterwegs ist.

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