Die Niddaquelle ist eine der bekanntesten Quellen im Vogelsberg.
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Die Niddaquelle ist eine der bekanntesten Quellen im Vogelsberg.

Folgen des Klimawandels

Brunnen sind „am Anschlag“ - Vogelsberger Kreistag fordert Studie zu Wasserlieferungen

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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Die Wassersituation im Vogelsberg bereitet auch den Kreistagsmitgliedern Kopfzerbrechen. Um die Kritik am Abfluss des Vogelsberger Wasser zu untermauern, möchte der Kreistag, dass dazu eine Studie in Auftrage gegeben wird. 

Vogelsbergkreis - Vor den eigentlichen sachlichen Punkten hatten die 61 Kreistagsabgeordneten bei der jüngsten Sitzung einen Wahlmarathon vor sich. Mehr als zwei Stunden waren die Parlamentarier im Wartenberg Oval damit beschäftigt, Vertreter für die verschiedensten Gremien und Kommissionen zu wählen.

Danach nahm die Diskussion um die Wassersituation im Vogelsberg relativ großen Raum ein. SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen forderten die Studie mit dem Ziel, herauszufinden, welche Auswirkungen die Fernwasserförderung für das Rhein-Main-Gebiet für den Vogelsberg bedeute.

Vogelsberg: Kreistag fordert Studie zu Wasserlieferungen - Brunnen sind „am Anschlag“

Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab (SPD), die den Antrag begründete, formulierte die Bedenken: Die Folgen des Klimawandels würden durch die Trockenheit und auch die Wasserentnahme im Hohen Vogelsberg zunehmend verstärkt. „Wir sind zunehmend auf hohe Grundwasserstände angewiesen“, betonte sie. Als einen Ausweg aus dem Dilemma sprach sie naturnahe Regenrückhaltebecken an, wie es sie schon in Herbstein gebe, aber insgesamt müsse dieses „sehr komplexe Thema“ von einer Studie begleitet werden. (Lesen Sie auch hier: Forscher warnen vor Wasserknappheit und Artensterben in der Rhön)

Grünen-Fraktionsvorsitzender Dr. Udo Ornik stellte den außer seiner Sicht „beträchtlichen Wasserlieferungen“ nach Frankfurt die dadurch der OVAG zufließenden Einnahmen von 19 Millionen Euro gegenüber. Allerdings seien die Brunnen im Vogelsberg schon am „Anschlag“. Ornik mahnte, die Schuld nicht nur bei den Wasserlieferungen nach Frankfurt zu sehen, sondern auch nach eigenen Fehlern zu fragen. Ähnlich sah dies auch Landrat Manfred Görig (SPD). Letztlich gehe es bei dieser Frage um die Wasserversorgung in Hessen, denn die OVAG verkaufe nicht nur Wasser in das Rhein-Main-Gebiet, sondern versorge zum Beispiel auch die Wetterau mit dem notwendigen Nass.

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Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak schlug vor, bei dem neuen Gutachten an einem Papier aus dem Jahr 2001 anzuknüpfen, dass schon 2001 erstellt worden sei. Damit könne man auch Kosten sparen.

Holger Doktorowski (AfD) forderte die Offenlegung der Lieferverträge der OVAG für die Wasserversorgung, derweil Michael Riese (Die Linke) konstatierte, es sei erfreulich, dass festgestellt werde, dass Frankfurt zwar ein Problem sei, aber nicht das einzige. Schließlich wurde dem Auftrag für ein Gutachten aber einstimmig zugestimmt.

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