Die Fabrik Leinen Industrie Driessen in Schlitz
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Der Fabrikverkauf bei Driessen soll noch bis in das kommende Jahr fortgeführt werden.

Kein Nachfolger vorhanden

Schlitzer Leinen Industrie Driessen stellt Weberei ein - Produktion noch bis Jahresende

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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Ein weiteres Stück Schlitzerländer Textilgeschichte wird in absehbarer Zeit verschwinden. Die Schlitzer Leinen Industrie Driessen wird zum Ende des Jahres ihre Weberei einstellen.

Schlitz - Die Webstühle werden derzeit verkauft, die 15 Beschäftigten haben sich zum großen Teil schon erfolgreich um andere Jobs gekümmert. „Die hatten da keine Probleme, etwas Neues zu finden“, berichtet Geschäftsführer und Inhaber Helmut Drießen. Während der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr lief der Verkauf nicht wie erhofft; die meisten Kunden blieben aus. „Alleine um die Pandemieschäden aufzuarbeiten, müsste ich noch Jahre arbeiten“, erklärt Drießen. Das möchte er aber angesichts seiner 72 Jahre nicht tun. (Lesen Sie hier: EU-Sanktionen gefährden Schlitzer Unternehmen - Langheinrich kritisiert Politik gegenüber Belarus)

Da er keinen Nachfolger hat, beschloss Drießen, das Unternehmen im Vogelsbergkreis ganz regulär stillzulegen. „Es gibt keine Insolvenz“, betont er. Seit 1933 hatte die Firma in Schlitz Bestand. Gegründet wurde sie seinerzeit von einem ehemaligen Mitarbeiter der Weberei Langheinrich, Curt Stiller. Nach dessen Tod 1973 ging das Unternehmen in den Besitz der Familie Drießen über. Demnächst wird in den Produktionshallen der Schlitzer Leinen Industrie die Firma Rausch Metallbau aktiv werden.

Vogelsberg: Leinen Industrie Driessen stellt Weberei in Schlitz ein

Diese ist diese Woche schon in ihr neues Domizil in der Nachbarschaft am Burgscheitel 2 umgezogen und hat dort auch schon die Arbeit aufgenommen, wie Drießen berichtet. „Ich bin froh, dass noch Leben in der Bude bleibt“, erklärt Drießen. Es sei wichtig, dass handwerklich-industrielle Produktion in Schlitz weiter einen Platz behalte.

Über das Jahresende hinaus könnte der Werksverkauf von Driessen Bestand haben, der auch immer eine gewisse Attraktion für den Fremdenverkehr in der Burgenstadt war. „Wir haben noch einiges auf Lager“, verspricht Drießen. Ein Ausverkauf sei deshalb noch nicht geplant. Auch gebe es für die Verkaufsräume im Moment noch keine konkreten Pläne, unter anderem deswegen, weil sich für sie noch keine Nachmieter interessiert haben.

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