Katharina Koros und ihr Mann Sebastian Heil werden mit ihrem Gasthof Zur Post bei Michelin gelistet.
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Katharina Koros und ihr Mann Sebastian Heil werden mit ihrem Gasthof Zur Post bei Michelin gelistet.

Bip Gourmet

Auszeichnung für „handfeste Küche“: Gasthof Zur Post in Nieder-Moos wird bei Michelin geführt

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Viele Köche greifen nach den Sternen – zumindest jenen, die im Restaurantführer von Michelin verzeichnet sind. Für Katharina Koros und ihren Mann Sebastian Heil, die in Nieder-Moos den Gasthof Zur Post betreiben, ist das kein Ziel. Bei Michelin werden sie nun aber doch geführt: in der Kategorie Bip Gourmand.

Nieder-Moos - Mit großer Neugier wird in jedem Jahr die Veröffentlichung der neuen Listen in der Branche erwartet. Wer hat einen Stern bekommen? Wer hat einen verloren? Wer ist neu in der Sterneküche? Oder: Wer hat es auf die Liste der Bip Gourmand geschafft? 2021 ist mit der Post erstmals ein Restaurant aus dem Blauen Eck im Vogelsbergkreis unter den 327 Häusern – das sind 17 mehr als im Vorjahr und direkt unter den 310 Sterne-Restaurants in Deutschland angesiedelt.

Wer auf der Internetseite von Michelin nachschaut, erhält folgende Information: „Seit 1870, bereits in 6. Generation, befindet sich das Haus in Familienbesitz. Geboten wird eine bodenständige regional-saisonale Küche aus guten Produkten. Gemütlich-ländlich das Ambiente, im Sommer lockt die Terrasse mit schönem Blick ins Grüne. Man hat auch ein paar Gästezimmer und eine Ferienwohnung – der Naturpark Vogelsberg lädt zu Ausflügen ein!“ (Lesen Sie hier: Fulda erhält Michelin-Stern: Koch Christian Steska bekommt Auszeichnung für seine Tastekitchen)

Bei Michelin gelistet: Gasthof Zur Post in Nieder-Moos schafft es auf Bip-Gourmand-Liste

Für Katharina Koros und ihren Mann Sebastian Heil kommt der Eintrag in der renommierten Liste des Restaurantführers unerwartet, aber doch nicht ganz überraschend. „Im Herbst wurden unsere Firmendaten angefragt. Wir dachten, dass wir in den Reiseführer aufgenommen werden, wie fast alle Restaurants und Hotels. Mit der Auszeichnung hatten wir nicht gerechnet. Die Nachricht davon haben wir in einer Gastroliste im Internet gesehen – ein paar Tage später war es dann offiziell“, erzählt Heil.

Michelin schickt seine Tester anonym durch die Lande. Für die Kategorie Bip Gourmand legen sie ihr Hauptaugenmerk auf eine „handwerkliche und frische Küche zu einem familiären Preis von nicht mehr als 39 Euro für ein Drei-Gänge-Menü. Das sind recht gute Restaurants, wo man täglich hingehen kann“, sagt der Küchenmeister, der sich über die mit einem Aufkleber an der Tür verbundenen Auszeichnung freut. Heil: „Sie passt ganz gut zu uns, weil wir auf Handwerk, Frische und Regionalität Wert legen. Wir wollen nicht den Riesenzinober machen, obwohl wir es könnten. Das brauchen wir nicht, und es wäre hier auch deplatziert.“

Küchenmeister Sebastian Heil: Wir wollen nicht den Riesenzinober machen

Sowohl Koros als auch Heil haben lange in der gehobenen Küche in München gearbeitet. Der 39-Jährige weiß daher aus eigener Erfahrung, was Sterneküche bedeutet: „Das ist die Formel 1 des Kochens. Es wird an die Grenze des Machbaren gegangen. Das ist vor allem eine Prestigefrage mit enormen Zeit- und Energieaufwand. Wo wir fünf Handgriffe machen, um einen Teller anzurichten, werden dort 20 Handgriffe benötigt. Zudem ist man in einer enormen Druckspirale, und die Gäste kommen mit einer Erwartungshaltung.“ Diese entspricht dem auf Sterneniveau üblichen Preisen zwischen 150 und 400 Euro – pro Person.

„Uns macht die Arbeit Spaß. Hier ist es entspannter und handfester als in der Sterneküche. Diese zieht ganz schön Energie“, betont Heil.

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