Das Gewerbegebiet am Südrand von Freiensteinau ist ein möglicher Standort für die geplante Arztpraxis des MVZ Vogelsbergkreis.
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Das Gewerbegebiet am Südrand von Freiensteinau ist ein möglicher Standort für die geplante Arztpraxis des MVZ Vogelsbergkreis.

Gespräche mit zwei Investoren

Vogelsberg: Im Nordend oder am Südrand – wo wird das MVZ in Freiensteinau gebaut?

Das Medizinische Versorgungszentrum Vogelsbergkreis (MVZ) ist auf der Suche – nach ärztlichem Personal, vor allem aber nach zeitgemäßen Praxisräumen in Freiensteinau. Zwei potenzielle Investoren haben Interesse, an das MVZ langfristig zu vermieten.

Freiensteinau - Hinter dem MVZ stehen in einem in Hessen einzigartigen Modell der interkommunalen Zusammenarbeit der Vogelsbergkreis sowie die Gemeinden Grebenhain und Freiensteinau. Der Vogelsberger Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak (CDU) ist Vorsitzender des Aufsichtsrats. Er bestätigt, dass neue Praxisräume in Freiensteinau „möglichst bis Ende 2021/Anfang 2022 zur Verfügung stehen sollen“.

Vogelsberg: Im Nordend oder am Südrand – wo wird das MVZ in Freiensteinau gebaut? 

Das Problem: Es soll ein Neubau her. Noch aber gibt es weder Baupläne noch einen Standort oder gar eine Entscheidung über einen Investor. Mischak: „Die Situation ist im Moment so, dass wir in Grebenhain bereits neu gebaute Räumlichkeiten haben, die den modernen Standards an eine allgemeinmedizinische Praxis entsprechen und wir dies so schnell wie möglich auch in Freiensteinau umsetzen wollen.“ 

Der Aufsichtsrat stehe derzeit mit zwei regionalen Investoren in Kontakt, die Interesse an einer Vermietung an die MVZ-GmbH hätten; man wolle innerhalb der nächsten Wochen eine Entscheidung treffen. Freiensteinaus Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) kann sich vorstellen, dass „die Entscheidung in den nächsten Tagen fällt“. Es habe mehrere Interessenten für das Vorhaben gegeben, inzwischen werde mit zwei potenziellen Partnern „mit Regionalbezug darüber gesprochen, wie und wo“ das Gebäude gebaut werden soll. 

Dass es ein Neubau sein muss, liegt für den Bürgermeister auf der Hand: „Das ist unerlässlich. Wir wollen eine effektive Struktur für die Praxisorganisation und hochwertige Arbeitsmöglichkeiten bieten.“ Beides sei weder in den geprüften Bestandsimmobilien noch in dem aktuellen, seit eineinhalb Jahrzehnten genutzten „Provisorium“ umzusetzen. 

MVZ in Freiensteinau: Zwei Konzepte liegen auf dem Tisch

Nun liegen zwei Konzepte auf dem Tisch. Hinter dem einen steht die GaBi-Projekt GmbH, die auf dem Immobilienmarkt tätig ist. Geschäftsführer Christian Bien bestätigt auf Anfrage „Interesse an dem Vorhaben“, hält sich ansonsten aber bedeckt. Das Unternehmen ist dabei, das ehemalige Stabernack-Gelände am nördlichen Ortsausgang von Freiensteinau zu vermarkten – Platz für eine Hausarztpraxis ist dort jedenfalls.

Interesse hat auch die Volksbank Lauterbach-Schlitz, die mit einer Filiale in Freiensteinau vertreten ist. Deren Vorstandsvorsitzender Norbert Lautenschläger bestätigt „Gespräche mit dem Landkreis und der Kommune. Wir haben Interesse an dem Projekt und wollen sie dabei unterstützen, etwas für die ärztliche Versorgung auf dem Land zu tun. Wenn das Gebäude Anfang nächsten Jahres fertig sein soll, dann ist eine schnelle Entscheidung nötig“.

Der Ball liegt also im Feld des Aufsichtsrats der MVZ-GmbH. Diese muss eines der beiden Konzepte auswählen. Während GaBi wohl eher das Nordend bevorzugt, ist bei der Volksbank von einem Neubau am südlichen Ende des Kernorts auszugehen – was allerdings nicht offiziell bestätigt wird. Dort befindet sich ein Gewerbegebiet mit Flächen im Eigentum der Gemeinde. 

Bürgermeister Sascha Spielberger: Hoffnung, dass MVZ noch dieses Jahr anziehen kann

Die von Spielberger angeführten Punkte wie Erweiterungsmöglichkeit, Parkplätze, Erreichbarkeit und Einbettung in das Umfeld sieht der Rathauschef bei beiden Anbietern erfüllt: „Ich habe die Hoffnung, dass das MVZ noch dieses Jahr einziehen kann. Es kann ohne aufwendiges Bauleitverfahren gebaut werden. Beide Konzepte sind gut und auch aus städtebaulicher Sicht vernünftig.“

Der Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums, Ulf Werner, betont, dass „die bauliche Lösung offen für Erweiterungen sein soll, dies gilt zunächst für weitere Allgemeinmediziner. Der Bedarf vor Ort ist durch die Schließung der Praxis Fischbach jedenfalls vorhanden“. Aktuell sind für das MVZ zwei Allgemeinmediziner in Freiensteinau und ab Mitte Februar auch in Grebenhain tätig.

„Inwieweit auch andere medizinische Disziplinen hinzutreten könnten, müssen wir noch entscheiden. Im Moment haben wir eine Genehmigung nur für die Allgemeinmedizin“, erläutert Mischak.

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