Lars Simpelkamp, hier am Ziegelteich bei Reichlos
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Lars Simpelkamp, hier am Ziegelteich bei Reichlos, ist neuer Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Freiensteinau, die kurz vor der Auflösung stand. (Archivfoto)

In Freiensteinau

NABU-Ortsgruppe vor Auflösung bewahrt: Lars Simpelkamp, Peter Decker und Paul Heid bilden Vorstand

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Für viele Vereine wäre eine solche Situation das Todesurteil mit der Folge der Auflösung. Die NABU-Ortsgruppe Freiensteinau ist diesem Schicksal entgangen – zumindest vorerst. Mit Lars Simpelkamp aus Reichlos wurde ein neuer Vorsitzender gewählt.

Freiensteinau - Im März 2020 stand die Ortsgruppe plötzlich ohne handlungsfähigen Vorstand da. Vorsitzender Thomas Ondra, Stellvertreter Reinhard Oesterreich und Kassenwarten Tanja Ondra hatten im März 2020 ihren Austritt aus dem Naturschutzbund erklärt. Der geschäftsführende Vorstand bestand seither ausschließlich aus Simpelkamp. Allerdings schreibt die Satzung für viele Handlungen das Zusammenwirken von zwei Vorständen vor.

Zudem war die Amtszeit des 2015 auf vier Jahre gewählten Gremiums zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen. Der Grund: Bei einer Mitgliederversammlung im November 2019 konnte die angesetzte Vorstandswahl nicht vorgenommen werden. Die Versammlung war aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl nicht beschlussfähig. Damals zählte der Verband 57 stimmberechtigte Mitglieder für Freiensteinau (Vogelsbergkreis), da seine Mitglieder automatisch der Ortsgruppe des Wohnortes zugeschlagen werden. Aktivitäten gab es im Frühjahr 2020 keine mehr, was längst nicht nur der Pandemie geschuldet war.

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Bewegung in die Angelegenheit kam erst im Mai 2021 als sich das Amtsgericht Alsfeld einschaltete, wie Lars Simpelkamp in seinem Bericht zur Lage des Vereins während der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus vortrug. Erreicht hat er mit seinen Ausführungen nur wenige Personen: Gerade einmal ein halbes Dutzend war anwesend.

Diese waren sich allerdings einig: Eine Auflösung der Ortsgruppe – mit der Folge, dass deren Grundstücke an den Kreis- oder Landesverband fallen würden – sollte unter allen Umständen verhindert werden. In der Konsequenz bedeutete dies, das fast jedes Mitglied nach zwei Stunden mit einem Posten nach Hause ging. Und sei es nur der des Kassenprüfers.

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„Wir wollen erst einmal Ordnung in den Verein bringen“, fast Simpelkamp gegenüber unserer Zeitung das Vorgehen zusammen. Er will sich mit Amtsgericht und Banken in Verbindung setzen, um Handlungsfähigkeit zu erreichen. Stellvertreter Decker wolle Mitglieder ansprechen und sie zur aktiven Mitarbeit animieren. Für das kommende Frühjahr ist eine weitere Hauptversammlung vorgesehen. Dann soll der Vorstand durch eine Satzungsänderung verschlankt werden. (Lesen Sie hier: Bundeswehr-Hubschrauber landet auf geschützter Insel im Vogelsberg - Nabu erstattet Anzeige)

Ob damit die Zukunft der Ortsgruppe gesichert ist? Der Vorsitzende ist vorsichtig und mahnt: „Wenn es nichts wird, kann man mit einem handlungsfähigen Vorstand den Verein geordnet auflösen.“ Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos), der an der Sitzung teilnahm, begrüßt auf Anfrage die Entwicklung: „Es gibt nun die Chance, wieder NABU-Aktivitäten anzubieten. Aber erst einmal müssen wir das Schiff wieder flott machen.“

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