Hannes Wütscher, Tobias Rübbert und Bauleiterin Tanja Schröder (vorne von links) freuen sich über die Fertigstellung der Spiellandschaft und sind begeistert über die außerordentliche Unterstützung von Mitarbeitern, Bewohnern und freiwilligen Helfern.
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Hannes Wütscher, Tobias Rübbert und Bauleiterin Tanja Schröder (vorne von links) freuen sich über die Fertigstellung der Spiellandschaft und sind begeistert über die außerordentliche Unterstützung von Mitarbeitern, Bewohnern und freiwilligen Helfern.

Zahlreiche Helfer

„Wasser marsch!“ - Neuer Wasserspielplatz in Lauterbach fertiggestellt

Das Jugend- und Familienhaus „Alte Gärtnerei“ hat einen Wasserspielplatz erhalten. Das Areal wurde unter Mithilfe zahlreicher freiwilliger Helfer fertiggestellt.

Lauterbach - Die Resonanz an freiwilligen Helfern war überwältigend: In nur einer Woche konnten die Planer von Naturspur gemeinsam mit Mitarbeitern, Bewohnern und vielen helfenden Händen aus der Region den ersten Bauabschnitt der geplanten Außenanlage des Jugend- und Familienhauses „Alte Gärtnerei“ in Lauterbach (Vogelsberg) vollenden. Das Areal mit Wasserspielplatz, Sitzgelegenheit und dachbegrünter Außenhütte wurde Mitte Juli seiner Bestimmung übergeben.

Initiator des Projektes ist Tobias Rübbert, Leiter des Jugend- und Familienhauses, das zu den einer Tochtergesellschaft der Eichhof-Stiftung Lauterbach, gehört. Durch einen TV-Beitrag war der Sozialpädagoge auf den gemeinnützigen Verein „Naturspur“ aus dem rheinland-pfälzischen Otterstadt aufmerksam geworden, der neben Natur- und Umweltbildungsarbeit auch naturnahe Spiellandschaften entwickelt und gestaltet. „Ich war sofort begeistert von dem Konzept der Naturerlebnispädagogik, die der Verein repräsentiert“, sagt Rübbert. 

Gebaut werde mit dem Baustoff Holz vorwiegend aus Stämmen der Robinie, die auf Grund ihres hohen Säuregehaltes von Insekten und Käfern gemieden wird, erläutert Johannes „Hannes“ Wütscher von Naturspur. „Wir verwenden beim Bau keinen Beton, eher kommen die Stämme bis zu zwei Meter tief in die Erde, um die Stabilität zu garantieren“, so der Fachmann.

Vogelsberg: Der neue Wasserspielplatz in Lauterbach ist fertig

Doch nicht nur die Bauweise wird bei der Planung und Durchführung beachtet. Neben Nachhaltigkeitsaspekten durch regionale Materialbeschaffung und damit verbundene kurze Wege beim Transport, haben die Mitglieder von Naturspur vor allem eins im Blickfeld: den pädagogischen Ansatz. „Wir wollen, dass Kinder lernen, sich mit Natur und Ressourcenschonung auseinanderzusetzen. Daher ist das Wassersystem nicht an eine Pumpe angeschlossen, die dauerhaft Wasser bereithält, sondern an ein Weinfass, das maximal 225 Liter Wasser aufnehmen kann. Wenn diese Menge verbraucht ist, gibt es für diesen Tag keine weitere Befüllung mehr. So ändert sich auch die Art der Nutzung des Spielplatzes“, erläutert Wütscher.

Der Umsetzung des Projekts vorausgegangen war eine Planungswerkstatt, die im Sommer 2020 unter Einbeziehung der Mitarbeiter der „Alten Gärtnerei“, den Kindern und Eltern durchgeführt wurde. „Wir haben die Kinder ein Modell bauen lassen, die Erwachsenen konnten ihre Wünsche in schriftlicher Form darlegen“, schildern die Bauverantwortlichen, die während der Woche mit sieben Personen in verschiedenen Teams die Arbeiten geleitet haben.

Da zu den Mitgliedern des gemeinnützigen Vereins unter anderem Landschaftsplaner, Handwerker und Techniker gehören, fließen Vorstellungen direkt in die Planung, Kostenschätzung und Durchführung von Naturerlebnisprojekten ein.

50.000 Euro in „Alte Gärtnerei“ in Lauterbach investiert

Für die Kalkulation der notwendigen Investitionssumme planen die Fachleute von Naturspur von vornherein die Mitarbeit durch die Partner vor Ort ein, zu denen auch freiwillige Helfer gehören. Im Fall der „Alten Gärtnerei“ war eine Investitionssumme von etwa 50.000 Euro berechnet worden. (Lesen Sie hier: Wasserspielplatz in der Corona-Krise geschlossen)

Die Finanzierung konnte durch das Engagement von Sponsoren gesichert werden. Durch sie kam die Hälfte der benötigten Summe zusammen, die restlichen fünfzig Prozent kamen von der Eichhof-Stiftung unter der Verantwortung von Vorstand Mathias Rauwolf.

„Wir sind allen Beteiligten außerordentlich dankbar für ihr großzügiges Engagement, das die Umsetzung dieses außergewöhnlichen Projekts erst möglich gemacht hat“, sagt Tobias Rübbert und fügt hinzu: „Bewegt hat uns aber auch die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung, die unserem Aufruf nach freiwilligen Helfern so zahlreich gefolgt ist“, zeigt sich der Leiter der „Alten Gärtnerei“ überwältigt. (akh)

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