Über 300 Jahre alt und noch gut in Schuss: das Pfarrhaus in Hartershausen soll vermietet werden.
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Über 300 Jahre alt und noch gut in Schuss: das Pfarrhaus in Hartershausen soll vermietet werden.

Kurioses Inserat

Wer will in dieses Pfarrhaus im Vogelsberg ziehen? Kirchenvorstand in Hartershausen sucht Mieter

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Vier Zimmer, Küche, Bad – so könnte es in einem Inserat für das Pfarrhaus in Hartershausen stehen. Das altehrwürdige Gebäude im Vogelsberg soll nämlich vermietet werden.

Hartershausen - Als der Kirchenvorstand sich für Daniela Creutzberg als Nachfolgerin von Pfarrer Siegfried Seng entschied, war klar, dass die neue Pfarrerin nicht in das Pfarrhaus im Vogelsberg einziehen, sondern weiter in ihrer Kalbacher Heimat wohnen wollte. Da Creutzberg aber nahezu sofort für den Dienst in Hartershausen bereit war, war die Theologin aus dem Südkreis von Fulda für den Kirchenvorstand erste Wahl. Die bisher geltende Residenzpflicht wurde aufgehoben.

Derzeit wird das Pfarrhaus in der Gemeinde im Vogelsberg renoviert und die Nebenkosten ermittelt, berichtet die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Andrea Schmidt. Sie verweist darauf, dass das Pfarrhaus in Hutzdorf schon verkauft worden ist. „Wir wollen ganz normal vermieten“, erklärt Schmidt, womit auf den Kirchenvorstand auch die normalen Belastungen eines Vermieters zukämen. „Eleganter ist die Lösung, wenn der Pfarrer dort wohnt“, erklärt Schmidt. Jetzt muss sich der Kirchenvorstand um die Vermietung und auch um die Mieter kümmern. Die Mieter können Auerochsen bestaunen, die in Hartershausen überwintern.

Vogelsberg: Mieter für Pfarrhaus gesucht - Neue Pfarrerin will nicht umziehen

„In gutem Zustand“ sieht Pfarrerin Creutzberg das Gebäude. 1710 wurde das Pfarrhaus in Hartershausen erbaut und war vermutlich seitdem durchgängig von Pfarrern und ihren Familien bewohnt. „Es gibt noch viele Menschen, die sich an ihre Kindheit im Pfarrhaus erinnern können“, weiß Creutzberg.

Das zweigeschossige Haus gehört zum Gebäudeensemble, gemeinsam mit der Kirche, dazu. Deswegen werde auch das Pfarrbüro weiter in dem Haus untergebracht sein. Der Zugang zu den Wohnräumen werde dann aber verriegelt werden.

Insgesamt beträgt die Fläche 118 Quadratmeter, es gibt vier Wohnräume, von denen der im Erdgeschoss auch teilbar ist, eine Küche und ein Bad. Nach Angaben der Regionalverwaltung des Dekanats Vogelsberg, dem ehemaligen Rentamt, gab es 2004 eine größere Renovierung des Hauses mit Treppensanierung. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit Pellets zu heizen. Reizvoll könnte für eventuelle Mieter auch der bisherige Pfarrgarten sein. Der wunderschöne Ausblick ist sicher ein Argument.

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