Die Arbeiten für den Gleisanschluss des Sägewerks der Pfeifer Group in Lauterbach-Wallenrod kommen gut voran. Ab April 2022 soll ein Großteil des Holzes nicht mehr auf der Straße, sondern auf der Schiene angeliefert werden.
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Die Arbeiten für den Gleisanschluss des Sägewerks der Pfeifer Group in Lauterbach-Wallenrod kommen gut voran. Ab April 2022 soll ein Großteil des Holzes nicht mehr auf der Straße, sondern auf der Schiene angeliefert werden.

Ab April 2022

Pfeifer Sägewerk in Lauterbach wird an die Vogelsbergbahn angeschlossen

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Pläne für den Bau eines Gleisanschlusses am Pfeifer-Sägewerk bei Lauterbach-Wallenrod gab es schon lange. Jetzt werden sie Realität: Ab April 2022 wird das Werk nicht mehr allein über die B 254, sondern über die Vogelsbergbahn beliefert.

Lauterbach - Das holzverarbeitende Werk wurde 2008/09 auf der grünen Wiese bei Wallenrod in Sichtweite der B 254 zwischen Lauterbach und Alsfeld (Vogelsberg) von Grund auf neu errichtet. Seither hat die österreichische Pfeifer Group mehr als 180 Millionen Euro in ihren Vorzeigestandort investiert, wie die Firma vorrechnet.

Jetzt kommen Ausgaben in Höhe von 16 Millionen Euro für den Bahnanschluss hinzu. Er sichert die Zukunft des Standorts noch langfristiger. Die Baukosten stemmt die Pfeifer Group mithilfe von Fördermitteln des Eisenbahnbundesamts und des Landes Hessen.

Schon 2009, als das Sägewerk in Betrieb ging, war der Bau eines Bahnanschlusses geplant – und von vielen Anliegern auch gewünscht. Das Unternehmen verschob die Investition jedoch mehrfach. In der Folge wurden die zahlreichen Holz-Schwertransporte komplett über die B 254 abgewickelt. Die Fahrzeuge auf der Bundesstraße kamen sowohl aus Richtung Fulda als auch aus Richtung Alsfeld. (Lesen Sie hier: Bekommt Fulda eine City-Bahn?)

Vogelsberg: Sägewerk in Lauterbach bekommt Anschluss an Vogelsbergbahn

Das wird sich nun ändern. Speziell bei Distanzen von mehr als 150 Kilometern erweise sich der Transport auf der Schiene als vorteilhaft, erklärt das Unternehmen. Die im Dezember 2019 begonnenen Bauarbeiten für den werkseigenen Gleisanschluss liegen trotz coronabedingter Hürden weiter im Zeitplan, berichtet die Pfeifer Group. „Der Antransport von Rundholz und der Abtransport von Schnittholz wird ab Anfang April kommenden Jahres gestartet“, berichtet der Geschäftsführer und Werksleiter Andreas Schmid.

Die 1,7 Kilometer lange Bahntrasse in Richtung Wallenrod sichere langfristig die Rohstoffversorgung des Werks auch aus größerem Umkreis. In Wallenrod biegt die neue Bahntrasse auf die bestehende Vogelsbergbahn Fulda – Gießen ein.

Durch die Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene werden zudem beträchtliche Mengen an CO2-Emissionen eingespart – nach Firmenangaben bis zu 20.000 Lastwagen-Fahrten im Jahr.

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Dies entlastet die Region – nicht zuletzt die Gemeinde Wartenberg und die Stadt Lauterbach, die als einzige Anliegerkommunen an der B 254 über keine Ortsumgehung verfügen. Der Bahnanschluss verbessert, so die Argumentation des Unternehmens, zugleich die Ökobilanz der Holzprodukte. Das Unternehmen erklärt, es erwarte keine Lärmbelästigung durch die Bahntransporte. Nachtfahrten über die Bahnstrecke seien nicht geplant.

Pro Minute werden 35 Stämme verarbeitet. Das entspricht einem Jahreseinschnitt von knapp 1,1 Millionen Festmeter Rundholz. Dieses wird im Werk vollständig zu Schnittholz, Pressspanklötzen, Pellets und Ökostrom verwertet. Mit 245 Mitarbeitern in Wallenrod und weiteren 55 in Schlitz, wo Brettsperrholz (CLT) für den boomenden Holzbausektor produziert wird, ist Pfeifer ein wichtiger Arbeitgeber im Vogelsbergkreis. (Lesen Sie hier: Spitzenpolitiker setzen sich für Modernisierung der Vogelsbergbahn ein)

Die international tätige Pfeifer Group zählt zu den traditionsreichsten und wettbewerbsstärksten Unternehmen der europäischen Holzindustrie mit rund 2000 Mitarbeitern an derzeit acht Standorten in Österreich, Deutschland und Tschechien. Sie verarbeiten insgesamt vier Millionen Festmeter Holz im Jahr. Wallenrod ist der größte Produktionsstandort. Der Firmensitz des familiengeführten Konzerns befindet sich in Imst (Tirol).

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