Darius Blair mit einem mitreißenden Saxophonsolo, rechts davon Orchesterleiter Wolfgang Diefenbach.
+
Darius Blair mit einem mitreißenden Saxophonsolo, rechts davon Orchesterleiter Wolfgang Diefenbach.

Jubiläumskonzert

„30 Jahre Jugend jazzt Hessen“ vor Schloss Hallenburg - Bühne für große Talente

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
    schließen

Seit 30 Jahren gibt es den Landeswettbewerb „Jugend jazzt“. Die Konzerte des Landes Jugend Jazz Orchesters, welches aus diesem Wettbewerb entstanden ist, sind Termine, die sich nicht nur Schlitzer rot in ihrem Kalender anstreichen. 

Schlitz - Das Ambiente für das Jubiläumskonzert war sicher auch der Coronapandemie geschuldet, aber zauberhaft. Zwischen Hallenburg und Ökonomiegebäude sammelten sich die Besucher, um an einem lauen Sommerabend den oftmals etwas kühlen Jazzakkorden zu lauschen. Aber Corona hatte auch seine negativen Folgen: Die Siegerband des diesjährigen Landeswettbewerbs konnte wegen einer Infektion in ihren Reihen nicht auftreten. Aber die All Star Band, das Duo Valk-Sternal und eben das Landes Jugend Jazz Orchester sorgten dafür, dass kein Verdruss aufkommen konnte.

In einem Grußwort würdigte die Präsidentin des Landesmusikrates, Dr. Ursula Jungherr, die Bedeutung der Musikförderung an den Schulen. Ihr besonderer Dank galt Wolfgang Diefenbach, dem Leiter des Landes Jugend Jazz Orchesters. „Wer Kunst in der Breite fördert, findet auch Spitzentalent“, befand die Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Ayse Asar, die die Wettbewerbskultur in dieser Musiksparte lobte.

Vogelsberg: „30 Jahre Jugend jazzt Hessen“ - Konzert vor Schloss Hallenburg

Große Kunst brauche beides, Leidenschaft und Perfektion. „Was für ein Glückstag. Die jungen Musikerinnen und Musiker geben heute seit langer Zeit – nämlich seit dem Weihnachtskonzert 2019 – wieder ihr erstes reguläres Konzert“, freute sich Wolfgang Diefenbach. Den Konzertaufbau im Freien fand der Orchesterleiter prima. „Ich hoffe, wir können das noch öfter so machen.“ (Lesen Sie hier: Musicalische Schlemmerey begeistert in Schlitzer Stadtkirche)

Mit der All-star-Band machten einige Pioniere des Jugendwettbewerbs den Anfang, heute alles gestandene Musiker, die zum Teil selbst als Dozenten an Hochschulen jungen Menschen Musik näher bringen. Für ihre wenig kommerziellen, geradezu puristischen Jazzstücke ernteten sie bei den Feinhörern im Publikum reichlich Szenenapplaus. Auch abseits ausgetretener musikalischer Pfade bewegte sich das Duo Claudius Valk und Sebastian Sternal, die mit Saxophon und Piano in entlegene Klangwelten entführten.

Jazzmusik in Schlitz - Bigband-Sound und dominante Bläser

Sicher ein Grund für viele zu kommen, war aber das Landes Jugend Jazz Orchester, dessen satter Bigband-Sound seit Jahren immer einen festen Fankreis nach Schlitz (Vogelsberg) lockt, aber auch bei jedem Konzert neue Freunde findet. Dominante Bläser ließen aufhorchen, lässige Schlagzeugpartien sich gemütlich zurücklehnen, die perfekt aufeinander eingespielte Formation wirkte in keinem Moment, wie Diefenbach zuvor angedeutet hatte, durch Ausfälle geschwächt. Und auch die Vokalisten kamen nicht zu kurz: Die Voices zeigten, dass es im Jazz auch durchaus Stücke zum Mitsingen gibt. „Sing, sing, sing“ war da ein gutes Motto.

Und rein vokal zauberten die jungen Jazzer zur Zugabe noch ein Kaninchen, besser gesagt einen alten Hasen aus dem Hut. Humphrey Campbell vergoldete mit seiner ausdrucksstarken sonoren Stimme die „Nachspielzeit“ und schlug so auch eine Brücke zwischen den Generationen, den jungen und den gereiften Jazzern.

Das könnte Sie auch interessieren