Stefan Fuchs (von links) und Carmen Raschka, Frank Dehnke, Sascha Spielberger, Manfred Görig und Friedel Kopp, nahmen den Spaten in die Hand als Symbol für den Auftakt der Arbeiten am Kunstrasenplatz in Freiensteinau.
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Stefan Fuchs (von links) und Carmen Raschka, Frank Dehnke, Sascha Spielberger, Manfred Görig und Friedel Kopp, nahmen den Spaten in die Hand als Symbol für den Auftakt der Arbeiten am Kunstrasenplatz in Freiensteinau.

Bei der SG Freiensteinau

Eine Million Euro für Kunstrasenplatz im Vogelsberg - Landrat Görig spricht von „Vorzeigeprojekt“

  • Walter Kreuzer
    vonWalter Kreuzer
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Erfüllter Traum, Leuchtturm, Vorzeigeprojekt: Die Redner überboten sich am Dienstagabend am Freiensteinauer Sportzentrum. Der Anlass war entsprechend. Schließlich stand der Spatenstich für den Kunstrasenplatz der SG Freiensteinau an – ein Vorhaben, das in Trägerschaft eines Vereins im Kreis seinesgleichen sucht.

Freiensteinau - Bei diesen Summen kann einem schon schwindelig werden als Vorstand eines gemeinnützigen Vereins: Mit etwa einer Million Euro ist das Projekt veranschlagt – die Ausschreibungsergebnisse blieben zur Erleichterung der Verantwortlichen im Rahmen der Erwartungen. Die Gemeinde beteiligt sich mit einer halben Million Euro, wovon die Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt wird. Vogelsbergkreis (30.000 Euro), Sparkassen-Stiftung (20.000), das Land und Landessportbund sind weitere Geldgeber. Ein großer Batzen bleibt aber am Verein hängen, wie immer wieder lobend und bewundernd zum Ausdruck gebracht wurde. Allein das Spendenaufkommen von „Platzpaten“ liegt bereits bei etwa 70.000 Euro, wie es am Rande hieß.

„Seit November 2018 sind wir stark an dem Projekt dran. Wir haben Konzepte erstellt und verworfen, Pläne gezeichnet, getanzt, geweint und gelacht. In den letzten 30 Monaten waren wir gefühlt mehr im Sportlerheim als zu Hause – aber jede Sekunde hat sich gelohnt“, fasste Vorsitzende Carmen Raschka die vergangenen zweieinhalb Jahre harter Arbeit zusammen.

Vogelsberg: Eine Million Euro für Kunstrasenplatz - Spatenstich in Freiensteinau

Ihr Vorgänger und Jugendleiter Bernd Sill verwies auf die starke Belastung des Rasenplatzes durch den Spiel- und Trainingsbetrieb der 14 Fußballmannschaften und die „harten Wetterbedingungen bei uns im Blauen Eck“. Der Kunstrasen helfe durch seine Attraktivität die „jungen Leute an den Verein zu binden. Die SGF trägt die Verantwortung für 250.000 Euro. Wo im Vogelsberg ist das noch einmal der Fall? Das ist ein ganz großer Vertrauensbeweis.“

Dem konnte Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) nur beipflichten. Er erinnerte an ein Schreiben des damaligen Vorsitzenden Ottmar Rausch von Juli 1995. Der Inhalt: Der Wunsch nach einem zweiten Sportplatz. Im Jahr 2000 kaufte die Gemeinde das Gelände und 2020 schließlich seien „in vielen Gesprächen und Sitzungen Kompromisse für das Vorhaben gefunden worden. Hier in Freiensteinau haben wir Laborbedingungen für ein solches Vorhaben: Die Mitglieder stehen geschlossen hinter der Entscheidung, dass der Verein die Hälfte der Kosten trägt, und sie bringen sich mit umfangreichen Pflaster- und Planungsarbeiten ein. Das macht einige 100.000 Euro aus. Im Corona-Jahr wurden die Weichen auf Zukunft gestellt.“

Landrat Manfred Görig lobte Vorhaben als „Vorzeigeprojekt in unserer Sportentwicklungsplanung“

„Wenn wir die Jugend in der Region halten und Leute herholen wollen, dann muss auch die Infrastruktur passen – und zu dieser gehört der Sport“, hob Landrat Manfred Görig (SPD) hervor und lobte das Vorhaben als „Vorzeigeprojekt in unserer Sportentwicklungsplanung“. Bisher gebe es im Landkreis lediglich in Alsfeld einen Kunstrasenplatz. Frank Dehnke, Vorstandschef der Sparkasse Oberhessen, lobte: „Da haben Sie sich was vorgenommen. Es ist unglaublich, wie viele Hände mitgeholfen haben.“

Auch Friedel Kopp, Vorsitzender der Gemeindevertretung, würdigte die „unblaubliche ehrenamtliche Einstellung“ und hob insbesondere Erwin Koch, Dieter Krieg und Erwin Schneider hervor. Sportkreischef Werner Eifert stellte heraus, dass sich in der Region abgestimmt wurde, was den Standort für einen Kunstrasenplatz angeht – eine der Bedingungen aus dem Sportentwicklungsplan. (Lesen Sie hier: Corona: Freundschaftsspiele im Amateurfußball wieder erlaubt)

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