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Disput über hohen Preissprung: Stadtverordnete in Schlitz beschließen höhere Grundstückspreise

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Von: Dirk Steffen

Hutzdorfer Baugebiet
Im neuen Hutzdorfer Baugebiet steigt der Quadratmeterpreis auf 95 Euro. © Redaktion

Die Preise für neue Baugrundstücke in Hutzdorf und Queck werden auf mehrheitlichen Beschluss der Stadtverordneten erhöht. Besonders die Erhöhung in Queck stieß der SPD übel auf.

Schlitz - In Hutzdorf steigt der Preis auf 95 Euro pro Quadratmeter, in Queck auf 85 Euro. Die Grundstücke werden voll erschlossen abgegeben. Der SPD ist besonders der Preissprung in Queck viel zu hoch. Professor Dr. Konrad Hillebrand verwies unter anderem darauf, dass Queck weit von der Kernstadt entfernt sei. „Es muss ein Preisgefälle zwischen der Kernstadt und dem Umland geben.“ Der Unterschied zu Hutzdorf (Vogelsberg) sei nicht hinreichend. Zumal die Steigerung von 30 auf 85 Euro rund 200 Prozent entspreche. Die SPD halte einen Preis von 60 Euro für angemessen.

Vogelsberg: Stadtverordnete beschließen höhere Grundstückspreise in Hutzdorf und Queck

CDU-Fraktionschef Kevin Alles konterte: „Die Preise sind sehr alt, die wir damals hatten.“ Weil auch in der Baubranche die Preise steigen, sei zu befürchten, dass die Stadt künftig drauflegen müsste, wenn die Grundstückspreise nicht in dem Maße erhöht würden. Dann wären Steuererhöhungen notwendig.

„Sie wären Preistreiber gewesen“, warf Alles den Sozialdemokraten vor. Im Vergleich zu anderen Kommunen sei man nicht zu teuer. Queck habe außerdem eine attraktive Lage nahe an der Autobahn sowie zur Kernstadt und sogar einen Kindergarten im Ort, nannte Alles Vorzüge, die den Grundstückspreis rechtfertigten. Zumal es immer noch Fördermittel für Käufer mit Kindern gebe.

Hillebrand konstatierte: „Wir haben unterschiedliche Positionen zu diesem Sachverhalt. Mit diesen Preisen schrecken wir eher ab, als dass wir einladen.“ Er warnte des Weiteren davor, die Preise wieder zu senken, sollten die Zinssätze steigen. „Wenn wir in fünf Jahren die Preise wegen höherer Zinsen senken, was sagen wir dann denen, die jetzt kaufen?“ Mit Gegenstimmen der SPD und einer von der BLS wurde die Erhöhung beschlossen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung brachte die Bunte Liste Schlitzerland den Antrag ein, beim Straßenbau künftig helleren Asphalt zu nutzen. Hellerer Asphalt erwärme sich nicht so schnell, was mit Blick auf die Klimaveränderungen von Vorteil sei. „Außerdem weiß ich aus meiner norddeutschen Heimat, dass die Sicht bei Dunkelheit besser ist“, sagte Fraktionschef Dr. Jürgen Marxsen.

Kevin Alles meinte dazu: „Ich möchte keinen Blankoscheck ausstellen, ohne zu wissen, was das kostet.“ Denn schließlich beträfe es nur die städtischen Straßen und nicht Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. Die Christdemokraten brachten daher einen Änderungsantrag ein, zunächst die Einsatzmöglichkeiten im Schlitzerland zu prüfen und dazu fachkundige Personen einzuladen, um Vor- und Nachteile zu erörtern. Die FDP hatte die gleichen Bedenken, die SPD hielt den BLS-Antrag für zu allgemein gehalten. Beide Fraktionen schlossen sich dem CDU-Antrag an.

Stadtverordnetenversammlung: Streitpunkt Mietervertrag zum Rittersaal

Des Weiteren beantragte die SPD, den Mietvertrag zum Rittersaal in der Vorderburg zu kündigen, weil der Rittersaal keinen behindertengerechten Zugang erlaubt und deshalb für Sitzungen von städtischen Gremien nicht genutzt werden sollte. „Das ist ein Sparvorschlag“, betonte Konrad Hillebrand.

Bürgermeister Heiko Siemon erwiderte, dass dann vermutlich die ganze Vorderburg gekündigt werden müsste, und erinnerte unter anderem an das Burgmuseum, das darin seinen Platz hat. Zudem werde der Rittersaal gern für Trauungen genutzt. (Lesen Sie hier: Startschuss für neuen Zustellstützpunkt in Lauterbach: Post investiert vier Millionen Euro)

FDP-Fraktionschef Jürgen Laurinat forderte mehr Informationen. Es müsse geklärt werden, ob der Rittersaal überhaupt allein gekündigt werden kann. Auch fragte er nach alternativen Mietmodellen. Er schlug daher vor, solche Fragen und mögliche Kosten zunächst im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss zu klären. Dem stimmten die übrigen Fraktionen zu.

In einem Eilantrag forderte die Liberalen mehr Polizeipräsenz in Schlitz. „Das Sicherheitsgefühl schwindet“, sagte Laurinat mit Blick auf mehrere Einbrüche in jüngster Zeit. Er erinnerte daran, dass vor Jahren in einer ähnlichen Situation mehr Streifen gefahren wurden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Heiko Siemon teilte zudem mit, dass für Schlitz drei öffentliche Ladestationen für E-Fahrzeuge geplant sind: eine am Bürgerhaus, eine an der Sani-Station des Campingplatzes und eine an der ehemaligen Dieffenbach-Schule.

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