Die Bürgerinnen und Bürger von Schlitz-Rimbach im Vogelsberg fürchten beim Bau von Windkraftanlagen um die Aussicht auf ihre schöne Umgebung.
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Die Bürgerinnen und Bürger von Schlitz-Rimbach im Vogelsberg fürchten beim Bau von Windkraftanlagen um die Aussicht auf ihre schöne Umgebung.

Enthaltung von BLS und FDP

SPD und CDU einigen sich auf Resolution gegen neue Windräder auf dem Lochberg

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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Größeren Diskussionsbedarf gab es während der jüngsten Stadtverordnetensitzung in Schlitz im Vogelsberg zu den geplanten Windkraftanlagen auf dem Lochberg

Schlitz - Gegen die Windkraftanlagen auf dem Lochberg lag den Stadtverordneten eine gemeinsame Resolution von CDU und SPD gegen deren Errichtung vor. Schon zuvor gab es einen Antrag der SPD, die Satzung für die Errichtung der Windkraftanlagen am Berngerod zu verändern.

Nach dem SPD-Antrag sollte der Abstand zwischen den Windrädern und der Wohnbebauung auf mindestens 2000 Meter (statt bisher 1000 Meter) festgeschrieben werden können. Prof. Konrad Hillebrand argumentierte, dass dieser Antrag keine weiteren Anlagen im Schlitzerland verhindern solle.

Vogelsberg: SPD und CDU stimmen für Resolution gegen neue Windräder

Vielmehr könne er eventuell den Weg bereiten für weitere Windkraftanlagen - aber eben unter Berücksichtung der Belange der Bevölkerung. Für die CDU wies Fraktionsvorsitzender Kevin Alles den Antrag mit dem Hinweis zurück, dass in Schlitz ohnehin schon acht Prozent der Fläche als Windkraftvorrangfläche ausgewiesen seien.

Während die FDP sich für den SPD-Antrag offen zeigte, zeigte auch die BLS namens ihres Fraktionsvorsitzenden Dr. Jürgen Marxsen dem Ansinnen die kalte Schulter. „Wenn wir überall 2000 Meter Mindestabstand für Windkraft zur Wohnanlagen einführen, können wir die Energiewende in Deutschland vergessen“, begründete er. Letztlich wurde der SPD-Antrag dann auch abgelehnt.

Geeinigt hatten sich Sozial- und Christdemokraten aber auf eine gemeinsame Resolution gegen neue Windräder auf dem Lochberg. Die Fraktionsvorsitzenden Kevin Alles (CDU) und Zeynel Can (SPD) bedauerten unisono, dass es zu keiner einmütigen Verabschiedung der Resolution kommen werde.

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Dr. Marxsen (BLS) konnte aber nicht erkennen, welchen Adressaten die Resolution haben soll. Politisch sei die Angelegenheit in der Regionalversammlung schon entschieden, in der auch Vogelsberger Vertreter, Marxsen nannte namentlich Dr. Hans Heuser und Ulrich Künz (beide CDU), Sitz und Stimme hätten. Jetzt liege die Causa beim Verwaltungsgericht, das sich vermutlich nicht beeinflussen lasse.

Frank Döring (SPD) widersprach: „Das ist eine ganz klare Ansage.“ Für die FDP begründete Jürgen Laurinat wiederum die Enthaltung; er sehe keine großen Chancen für einen Erfolg der Normenkontrollklage. Ähnlich sah dies wohl auch Jürgen Stullich von der CDU, der sagte: „Wir kämpfen hier wie Don Quichotte gegen die Windmühlen.“ Gleichwohl stimmte er gemeinsam mit seiner Fraktion und der SPD der Resolution zu, während sich BLS und FDP enthielten.

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