Annika Keidel, Nicola und Elias Horn sowie Jana Günther freuen sich über den kleinen Zauberschrank, der die Eindrücke von Menschen widerspiegelt und auch verarbeitet.
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Annika Keidel, Nicola und Elias Horn sowie Jana Günther freuen sich über den kleinen Zauberschrank, der die Eindrücke von Menschen widerspiegelt und auch verarbeitet.

Interaktive Installation

Zauberkasten-Kunstprojekt im Vogelsberg kommt in Schwung - dank Elias Horn (3) aus Schlitz

  • Bernd Götte
    vonBernd Götte
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Im Archiv des Merkwürdigen in Schlitz im Vogelsberg sammeln sich die ersten Schätze an. Die ersten Besucher ließen sich von der Präsentation ihrer „Merkwürdigkeiten“ überraschen zu lassen.

Schlitz - Kuratorinnen dieser Aktion sind die beiden Künstlerinnen Annika Keidel und Jana Günther, aber den ersten Beitrag zum Archiv hat der dreijährige Elias Horn aus Schlitz im Vogelsbergkreis beigesteuert. Er hat sich nämlich Gedanken über den Sternenhimmel gemacht und dabei auch schon allerhand über die Planeten gelernt.

Daraus haben Keidel und Günther in einer Kunstaktion ein Spiel und einen kleinen Film entwickelt, bei dem eine Astronautin beim Erkunden der durchaus irdischen Umgebung zu sehen ist. Elias und seine Mutter Nicola Horn kamen neugierig vor die Tür des „Büros für kulturelle Einmischung“ in der Salzschlirfer Straße. (Lesen Sie hier: Umweltzentrum in Fulda bietet in Corona-Zeiten Sternenführung für das Smartphone an)

Vogelsberg: Zauberkasten-Kunstprojekt kommt in Schwung - dank Elias Horn (3) aus Schlitz

Dort fanden sie ihren eigenen kleinen Schrank vor, wie er nach den Vorstellungen von Keidel und Günther demnächst viele Schlitzer vor der Tür oder in ihren Vorgärten haben können. Das Prinzip: Menschen erzählen den Künstlerinnen etwas, was ihnen als merkwürdig vorkommt, und Keidel und Günther formen darum eine künstlerische Verfremdung, die auch auf die Vorübergehenden inspirierend sein soll. 

Diese können sich beispielsweise per QR-Code auch die entsprechenden Filme ansehen. Der Schrank an sich scheint aber auch zu den Menschen zu sprechen. Zu Elias spricht zwar nicht der Schrank, sondern Annika Keidel, die von ihrem kleinen Studio aus quasi unsichtbar mit dem vor der Tür stehenden Jungen spricht.

Zauberkasten-Installation laut Künstlerin Jana Günther einmalig in Deutschland

Dabei stellt Keidel Fragen, die von Elias verständig beantwortet werden. Aber die Illusion ist perfekt, und Elias schaut ganz fasziniert auf den kleinen Schrank, der künftig vor dem Haus der Horns in Schlitz stehen wird. Dann entdeckt er die Hupe, mit der er ordentlich für Geräusch sorgt. Weitere Adressen neben der der Horns sollen folgen.

Dabei können Menschen etwas von sich oder aus ihrem Leben erzählen, was sie im Wortessinne „merk-würdig“ finden, „Jeder kann selbst entscheiden, in wie weit er sich öffnet“, erklärt Günther. „Das ist eine interaktive Installation im öffentlichen Raum“, fügt Keidel an. 

Ihres Wissens gibt es so etwas in Deutschland noch nicht. Aber in Schlitz sei die Arbeit der beiden Künstlerinnen schon auf großes Interesse gestoßen. Wer sich die kleinen Archivschränke und deren Inhalte online oder live ab Mitte April in Schlitz ansehen will, kann sich unter archiv-des-merkwuerdigen.jimdosite.com melden.

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