Auch im Winter zugänglich: der Ulrichsteiner Schlossberg.
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Auch im Winter zugänglich: der Ulrichsteiner Schlossberg.

Gemeinsam mit NABU

Refugium für seltene Pflanzen: So soll die Zukunft des Vogelsberggartens gesichert werden

Viele seltene Wildpflanzen aus dem Vogelsberggarten in Ulrichstein sind rechtzeitig vor dem Winter umgesiedelt worden. Sie gedeihen jetzt auf Naturschutzflächen, Streuobstwiesen und in privaten Gärten von Naturliebhabern.

Ulrichstein - Für eine Spende von fünf oder zehn Euro konnten außerdem rund drei Dutzend rare Gehölze aus der Nachzucht des Gartens abgeholt werden. Die Speierlinge, Elsbeeren und Haferschlehensträucher sind unkompliziert in laublosen Zeiten ohne Frost umzupflanzen. Auch in Zukunft werden sie gern einzeln oder zu mehreren in der Größe von „knie- bis hüfthoch“ abgegeben. Pflanzanweisungen und Auskunft bekommt man jederzeit vom Geschäftsführer des Vogelsberggartens: Richard Golle, Telefon: (01 70) 7245241.

Zwei Mitglieder des Patenteams aus dem Vogelsberggarten hatten sich in diesem Jahr für den NABU Vogelsberg zur Verfügung gestellt und sind in den Vorstand gewählt worden. Gemeinsam strebt man nun auf diese Weise einen regen Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit in punkto Biodiversität an. Unter anderem wurden schon viele Pflanzen durch den NABU übernommen, die für die Erhöhung der Artenvielfalt an geeigneten Standorten ehrenamtlich betreut werden. Im kommenden Jahr soll nach 21 Jahren des Bestehens das Jubiläum des Vogelsberggartens mit einem „Markt der Möglichkeiten“ nachgeholt werden.

Vogelsberg: So soll die Zukunft seltener Pflanzen gesichert werden

Die Besucher erhalten dabei Informationen an allen Themenbeeten über die Pflanzen, von denen manche sehr selten sind und auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Arten stehen. An diesem Tag sollen dann auf dem Schlossberg von 11 bis 17 Uhr verschiedene Infostände aufgebaut sein und ein Rahmenprogramm soll die Gäste unterhalten. Selbstverständlich ist die Feier kostenfrei zu besuchen und für das leibliche Wohl der Besucher wird mit Mittagessen plus Kaffee und Kuchen bestens gesorgt sein.

Die Mitglieder des Fördervereins haben bei der letzten Jahreshauptversammlung beschlossen, auf dem Gelände am Schlossberg 10 bis 20 neue Hochbeete anzulegen. Anstatt in privaten Gärten sollen dort ab Sommer 2022 sogenannte Verantwortungsarten des Vogelsbergs nachgezogen werden. In einem Bereich von 15 bis 30 Metern neben dem Bauerngarten – umgeben von einem Zaun und mit einem zusätzlichen Geräteschuppen – kommen dann nicht nur gesammelte Pflanzensamen in die Erde, sondern es werden auch Ableger gepflanzt und großgezogen, um später ins Freiland gesetzt zu werden.

Ein neuer Mitarbeiter wird das fachlich auf Minijobbasis oder als Student betreuen. Am liebsten würde das Gartenteam in Ulrichstein jemanden beschäftigen, der seine Erfahrungen und Erkenntnisse für eine Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeit verwenden kann. (Lesen Sie hier: NABU-Ortsgruppe vor Auflösung bewahrt: Lars Simpelkamp, Peter Decker und Paul Heid bilden Vorstand)

Gemeinsam mit dem NABU engagiert für die Zukunft des Vogelsberggartens 

Um den finanziellen Kraftakt von 10 000 bis 15 000 Euro für die Erstellungskosten und Bauarbeiten zu bewältigen, werden bei den Naturschutzbehörden Anträge gestellt und Gespräche mit verschiedenen Vereinen, Clubs und Verbänden geführt. So hofft der gemeinnützige Förderverein des Vogelsberggartens zusätzlich Spenden und weitere Fördermitglieder sowie langfristig Sponsoren gewinnen zu können.

Wenn Besucher auf den Hoherodskopf hinaufkommen und über den großen Parkplatz in Richtung Taufstein gehen, kommen sie am Café „Baumhaus“ vorbei. Im dort neu angelegten Vorgarten haben auf Anregung des Naturparks der Besitzer, Bäckermeister Joachim Haas, und die mitarbeitenden Paten des Vogelsberggartens auf rund 700 Höhenmetern eine Außenstelle des Ulrichsteiner Schaugartens angelegt.

Für 2022 ist eine kleine Eröffnungsfeier geplant, wenn alles gut eingewachsen und beschildert ist: Schattenpflanzen, Sträucher, Waldfarne und viele Heilkräuter sind dort neben Borstgras und Goldhafer zu finden. Aber auch über besondere Bäumchen und spezielle Rosen können sich Besucher des touristischen Zentrums im Vogelsberg entsprechend informieren. Sinn der Aktion ist es, allgemeines Interesse zu wecken für die Vielseitigkeit der Vogelsberger Flora und Touristen neugierig zu machen auf den Vogelsberggarten in Ulrichstein. (rsb)

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