Die dubiosen Händler empfehlen ihren Opfern eine Teppichreinigung - sind dann aber bald über alle Berge.
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Die dubiosen Händler empfehlen ihren Opfern eine Teppichreinigung - sind dann aber bald über alle Berge. (Symbolfoto)

Warnung an die Bevölkerung

Miese Masche im Vogelsbergkreis: Betrüger geben sich als Teppichhändler aus

Dubiose Teppichhändler und – wäscher versuchen Bewohner von Lauterbach und Homberg/Ohm hinters Licht zu führen. Davor warnt das Gewerbeamt des Vogelsbergkreises in einer Pressemitteilung.

Vogelsbergkreis - Zunächst behaupten die Händler, dass die Teppiche ihrer Kunden besonders wertvoll seien und raten den Besitzern dann zu einer überteuerten Reinigung und Reparatur. Sie versprechen eine Teppichwäsche nach persischer Tradition sowie einen anschließenden Weiterverkauf an internationale Kunden. Nach einem persönlichen Beratungsgespräch nehmen die Verantwortlichen die Teppiche für die Aufbereitung gleich mit. „Oftmals sehen die Auftraggeber ihre Ware nie wieder“, berichtet das Gewerbeamt von dem Schwindel.

Betrugsmasche im Vogelsbergkreis: Falsche Händler mieten Ladenlokale für kurze Zeit

„Die Kunden sind oft Leute, die ihre Teppiche - oft jahrelang in Familienbesitz - verkaufen oder reinigen lassen möchten. Die dubiosen Teppichhändler nutzen die Ahnungslosigkeit ihrer Opfer aus, da diese meist nicht wissen, was ihre Teppiche wirklich wert sind“, heißt es in der Pressenotiz. Gelockt von einem viel zu hohen Weiterverkaufspreis, sind die Kunden bereit, viel Geld für die Aufbereitung zu zahlen. Da die Händler vorgeben, 25 Prozent Provision zu kassieren, glauben die Verbraucher an das ehrliche Interesse eines Weiterverkaufs. In Wirklichkeit haben die Teppichwäscher aber nie die Absicht, die Teppiche zu verkaufen.

In Werbeanzeigen behaupten die angeblichen Teppichhändler, über jahrzehntelange Erfahrung zu verfügen. Sie erwecken den Anschein, als seien sie schon viele Jahre in der jeweiligen Stadt anzutreffen. In der Regel nutzen sie allerdings leerstehende Objekte, die sie günstig und kurzfristig anmieten und verschwinden nach kurzer Zeit wieder.

Unseriöse Teppichhändler sind deutschlandweit vernetzt

Auch im Vogelsbergkreis machten Anzeigen auf zwei Teppichannahmestellen in der Kreisstadt Lauterbach und in Homberg/Ohm aufmerksam. Unter beiden Adressen war jedoch niemand zu erreichen. Während in Lauterbach ein Büro angemietet wurde, war es in Homberg ein Ladenlokal, welches bis auf die Werbung und ein paar Teppichmuster völlig leer ist.

Die unseriösen Teppichhändler seien laut des Gewerbeamtes gut vernetzt: Wenn einmal ein Ladengeschäft eines dubiosen Teppichhändlers behördlich geschlossen wird, werde einfach an anderer Stelle ein neuer Laden oder ein Büro angemietet.

Leser, die den Verdacht haben, ebenfalls Opfer eine solchen Betrugs geworden zu sein, sollten zunächst die Polizei einschalten oder sich vorab an die Gewerbeabteilung des Vogelsbergkreises (gewerbeamt@vogelsbergkreis.de) wenden. (akh)

Wie kann man sich vor der Betrugsmasche schützen?

Das Gewerbeamt des Vogelsbergkreises rät:

- Fahren Sie vorab beim Ladenlokal des Teppichwäschers vorbei und lassen Sie sich zeigen, wie er wäscht.

- Erkundigen Sie sich in der Nachbarschaft des Ladens, wie lange es das Geschäft schon gibt.

- Ermitteln Sie mithilfe alter Rechnungen, was Ihr Teppich gekostet hat. Ziehen Sie Alter und Gebrauchsspuren großzügig ab. So können Sie abschätzen, bis zu welcher Summe sich eine Reinigung lohnt.

- Holen Sie sich eine zweite Meinung ein. Fragen Sie einen weiteren Experten, ob er den geschätzten Wert und den Preis für die Aufbereitung der Teppiche als realistisch einschätzt.

- Leisten Sie nie Vorkasse.

- Geben Sie nie den Teppich heraus, ohne die Durchschrift einer umfassenden Auftragsbestätigung erhalten zu haben.

- Lassen Sie sich bei der Herausgabe des Teppichs nicht zu lange vertrösten.

- Lassen Sie sich den Ausweis des Teppichhändlers zeigen.

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