Eine Mitarbeiterin des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg pipettiert Proben.
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Im Vogelsbergkreis gab es nach Angaben des Kreises 14 Corona-Tests, deren zunächst positives Ergebnis sich im Nachhinein als falsch herausstellte. (Symbolfoto)

„Wir brauchen Sicherheit“

14 falsche Corona-Testergebnisse im Vogelsberg: Kreis wechselt die Labore

Nach 14 falschen Corona-Tests im Vogelsbergkreis forderten Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak und Landrat Manfred Görig die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH) auf, das Untersuchungslabor zu wechseln. Ab Montag finden die Testungen nun nicht mehr im Corona-Testcenter der KV in Alsfeld, sondern in zwei Krankenhäusern statt.

  • Im Vogelsbergkreis gibt es wiederholt Corona-Testergebnisse, die sich als falsch herausgestellt haben.
  • Während es in der vergangenen Woche zehn solcher falschen Tests waren, ist die Zahl nun auf 14 gestiegen.
  • Der Gesundheitsdezernent und der Landrat haben nun einen Wechsel des Labors forciert. Tests finden zukünftig im Alsfelder Kreiskrankenhaus und dem Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach statt.

Update, 25. Juni, 16.20 Uhr: In einer Pressemitteilung hat der Vogelsbergkreis nun bekanntgegeben, dass Corona-Tests ab Montag im Eichhof-Krankenhaus in Lauterbach und im Kreiskrankenhaus Alsfeld vorgenommen werden.

Erstmeldung vom 25. Juni, 9.31 Uhr:„Schon wieder falsche Ergebnisse“, teilt der Vogelsbergkreis am Dienstag in einer Pressenotiz mit. Mittlerweile gebe es im Vogelsbergkreis „14 Corona-Tests in Folge, deren zunächst positives Ergebnis sich im Nachhinein als falsch herausstellte“.

Deshalb fordern Landrat Manfred Görig und Gesundheitsdezernent Dr. Jens Mischak die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf, das Untersuchungslabor zu wechseln. „Wir brauchen Sicherheit, deshalb dürfen Proben nur an die Labore gegeben werden, die nach dem sogenannten Screeningtest auch eine Bestätigungsuntersuchung auf ein zweites Gen durchführen“, heißt es in der Mitteilung.

Nach falschen Corona-Testergebnissen: Vogelsbergkreis fordert einheitliche Testung

Ein landesweit einheitliches Vorgehen bei der Testung auf das neuartige Corona-Virus SARS-CoV-2 hatten Landrat Manfred Görig und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak bereits in der vergangenen Woche gefordert, denn bis dahin waren zehn solcher unvollständigen Ergebnisse, die sich im Nachhinein als falsch erwiesen hatten, beim Vogelsberger Gesundheitsamt eingegangen.

„Mittlerweile sind es 14. Die Betroffenen hatten im Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung in Alsfeld einen Abstrich nehmen lassen, das von der Kassenärztliche Vereinigung beauftragte Labor meldete jeweils ein positives Ergebnis“, berichtet der Landkreis. Der vom Vogelsberger Gesundheitsamt angeordnete zweite Test über das Eichhof-Krankenhaus Lauterbach habe hingegen negative Ergebnisse aufgewiesen.

Gesundheitsdezernent und Landrat üben Kritik an Mainzer Labor

„Das Problem liegt nach wie vor in dem analytischen Vorgehen eines Mainzer Labors, welches nicht spezifisch auf mindestens zwei Covid-19-Gene zu analysieren scheint“, erklärt Gesundheitsdezernent Mischak am Dienstag in einem Schreiben an die Kassenärztliche Vereinigung. Anders seien die in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang und in mehreren Fällen aufgetretenen Widersprüche nicht zu erklären.

„Positive Test-Ergebnisse ziehen ganz erhebliche Konsequenzen in beruflicher, betreuungs-technischer und nicht zuletzt auch finanzieller Hinsicht für die Betroffenen nach sich“, gibt Mischak zu bedenken. „Wir haben uns daher dazu entschlossen, positive Test-Ergebnisse, die über das Labor in Mainz unser Gesundheitsamt erreichen, nicht mehr als ausreichend zu akzeptieren. Es kann schließlich kein Dauerzustand sein, dass sich Betroffene doppelt testen lassen müssen.“

„Wir fordern die Kassenärztliche Vereinigung daher auf, das Labor zu wechseln beziehungsweise dafür zu sorgen, dass die Testung in der Mainzer Einrichtung zuverlässig vorgenommen wird – also mit der nötigen zweiten Bestätigungsuntersuchung“, erklärt Landrat Manfred Görig. „Wird dieser Forderung nicht nachgegangen, werden wir das Testcenter der KV (Kassenärztlichen Vereinigung) in Alsfeld nicht mehr empfehlen.“

Die KVH hat auf die Vorwürfe des Vogelsbergkreises reagiert und wirft der Kreisspitze ein „hohes Maß an medizinischer Inkompetenz“ vor. Das wiederum weist der Kreis entschieden zurück. (lio)

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