Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts des Vogelsbergkreises.
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Seit vielen Wochen im Dauereinsatz (von links): Kerstin Brehler, Romy Jacob, Natalia Götte, Andreas Smakal und Diana Krug.

Blick hinter die Kulissen

Die Ermittler vom Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises in Zeiten der Corona-Krise

  • Sabine Simon
    vonSabine Simon
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Ein positives Testergebnis. Wenn dieses beim Gesundheitsamt des Vogelsbergkreises eingeht, setzt die Meldung einen immer gleichen Ablauf in Gang – seit nunmehr fast acht Wochen.

Seit am Abend des 5. März das erste positive Testergebnis einging, der Vogelsbergkreis somit seinen ersten Corona-Fall hatte, sind die Tage lang im Gesundheitsamt.

30 bis 40 Meldungen aus Laboren, die Proben aus dem Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Alsfeld ausgewertet haben, gingen anfänglich pro Tag im Gesundheitsamt ein, erzählt Hygieneinspektor Andreas Smakal. Hinzu kamen in der Regel noch einmal 20 Meldungen nach Testungen aus anderen KV-Zentren. „Bei uns gilt das Wohnortprinzip. Das bedeutet: Wird bei einer Person eine Covid-19-Erkrankung festgestellt, wird das zuständige Gesundheitsamt des Kreises informiert“, so Smakal, der wie seine Kolleginnen Natalia Götte, Kerstin Brehler, Romy Jacob und Diana Krug aus der Hygieneabteilung in einem solchen Fall unverzüglich zum Telefonhörer greift.

Auf der Suche nach dem Infektionsherd

„Wir setzen uns umgehend mit dem Patienten in Verbindung und überprüfen gleichzeitig sein häusliches Umfeld.“ Ermittelt werden die Daten, die für die Meldung an das Robert-Koch-Institut relevant sind. „Wir fragen zum Beispiel, ob die Person im Urlaub war, um nachvollziehen zu können, wo sich der Herd der Infektion befand“, so Smakal.

Gerade in den ersten Wochen waren es zahlreiche Skifahrer, die sich im Urlaub in Österreich infiziert hatten, mittlerweile sind es nur noch vereinzelt Reiserückkehrer, die in der Statistik des Gesundheitsamtes auftauchen. „Wir fragen natürlich auch nach Risikofaktoren, nach der Schwere der Krankheit und nach Grunderkrankungen“, schildert der Hygieneinspektor. In den meisten Fällen klagten die Patienten nur über eine leichte Symptomatik, einige mussten allerdings auch stationär behandelt werden.

15 Minuten Direktkontakt

„Wird ein Patient positiv getestet, ordnet das Gesundheitsamt eine sogenannte häusliche Absonderung an“, schildert Andreas Smakal das weitere Vorgehen. Mindestens 14 Tage bleiben die Infizierten in Quarantäne. Der Kontakt zum Gesundheitsamt bleibt auch während dieser Zeit bestehen. „Wenn sich der Gesundheitszustand verschlechtert, melden sich die Patienten direkt bei uns“, so Smakal. Natürlich wird auch nach der Quarantäne Rücksprache gehalten, um zu klären, ob der Patient symptomfrei ist. Wenn nicht, wird die häusliche Absonderung verlängert.

Ganz wichtig: Die Kontaktpersonen des Corona-Patienten müssen ermittelt werden. Das sind in erster Linie die Familie, aber auch Arbeitskollegen oder Freunde und Bekannte. Kontaktpersonen der Kategorie I werden ebenfalls zum Test geschickt. Das sind die, die engen Kontakt hatten, also mindestens 15 Minuten Direktkontakt. „Wir ermitteln bis zwei Tage vor Symptom-Beginn“, erklärt der Hygieneinspektor. „Manchmal ist das mit einem Anruf getan, es können aber auch 20 und mehr sein.“

Wenn eine der ermittelten Kontaktpersonen positiv getestet wird, dann geht das Ganze von vorne los. „Es geht darum, Infektionsketten zu unterbinden. Das geschieht durch unsere Abfragen“, sagt Smakal und greift erneut zum Telefonhörer.

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