Die Technik der Kläranlage Holzmühl bereitet der Gemeinde Freiensteinau Sorge.
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Die Technik der Kläranlage Holzmühl bereitet der Gemeinde Freiensteinau Sorge.

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Freiensteinau: Technik der Kläranlage Holzmühl bereitet Gemeinde Sorgen

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Die Teichkläranlage in Holzmühl war diese Tage Thema im Freiensteinauer Gemeindevorstand. Der Grund: Die Technik bereitet Sorgen.

Holzmühl - Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) berichtet, dass ein Fachbüro eingeschaltet wurde. Die Experten sollen ihre Einschätzung zur Situation der Kläranlage im Vogelsbergkreis und zu Handlungsoptionen vorstellen. „Wir haben Notfallmaßnahmen ergreifen müssen, weil die Anlage nicht mehr tadellos funktioniert“, sagt der Rathauschef. Getriebe und Lager seien bereits getauscht worden, das Gestänge der seit 30 Jahren weitgehend unveränderten Technik bereite noch Sorgen.

Auch wenn die Kläranlage nun arbeite, „müssen wir uns parallel Gedanken über eine vernünftige Dauerlösung machen“. Ob dies auf eine Rundumerneuerung hinauslaufe, konnte Spielberger noch nicht sagen: „Durch die jetzt erfolgte Instandsetzung sind wir erst einmal auf der sicheren Seite. Ansonsten hätten wir bei einem Ausfall der Anlage eventuell kurzfristig reagieren müssen.“

Freiensteinau: Technik der Kläranlage Holzmühl bereitet Gemeinde Sorgen

Für eine solche Einschätzung müssten die Ergebnisse einer aktuellen Schmutzfracht-Simulation in ein Gesamtkonzept einfließen. Darin werde festgestellt, wie viel Wasser und welche Mengen und Arten von Schmutzfracht in der Teichkläranlage in Holzmühl verarbeitet werden müssen. Spielberger: „Die Anlage muss so ausgelegt sein, dass sie das, was ankommt, verdauen kann.“ (Lesen Sie hier: Personelle Veränderungen im MVZ Vogelsberg)

In Holzmühl werden die Abwässer sowohl aus diesem Dorf als auch aus Freiensteinau gereinigt. Ausgelegt ist die Kläranlage auf 1450 Einwohnergleichwerte. In diese fließen neben der Einwohnerzahl auch die Abwassermengen von Gewerbe und Industrie ein.

Keine Zusammenlegung mit Neustall möglich

Damit ist sie jedoch nicht die größte Anlage in der Großgemeinde. Die Kläranlage Nieder-Moos ist auf 2400 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die kleinste Anlage in Fleschenbach reinigt die Abwässer von 150 Einwohnergleichwerten, jene in Reinhards von 180 und jene in Gunzenau von 200.

Der Ortsteil Weidenau ist an die Kläranlage im benachbarten Neuhofer Ortsteil Hauswurz angeschlossen. Spielberger lobt diese interkommunale Zusammenarbeit als „sehr gut und völlig geräuschlos“. Eine ähnliche Lösung für Holzmühl sei aber nicht praktikabel: Zwar ist die Kläranlage Neustall der Stadtwerke Steinau nicht weit entfernt flussabwärts am Steinaubach gelegen. Allerdings ist diese lediglich auf 600 Einwohnergleichwerte ausgelegt und kann also die Abwässer aus dem Blauen Eck nicht aufnehmen.

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