Hühner stehen im Stall.
+
Auch Inhaber von Biohöfen mussten während der Geflügelpest Federn lassen.

Vogelsberg

Nach Schlachtung von Ziervögeln: Kreisverwaltung nimmt Stellung - „Geflügeltötung war notwendig“

Hat der Vogelsbergkreis beim jüngsten Auftreten der Vogelgrippe angemessen reagiert? Aus seiner Sicht ja, wie sich aus einer Antwort der Kreisverwaltung auf eine Anfrage der AfD-Kreistagsfraktion erschließt. 

Vogelsberg - Beim jüngsten Auftreten von Geflügelpest in Freiensteinau (Vogelsbergkreis) wurden auch Pfauen und Papageien durch Mitarbeiter des Amtes für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Ordnungsangelegenheiten getötet. Damit wollte die Kreisbehörde eine Ausbreitung der Tierseuche stoppen. In Freiensteinau seien auch die seuchenhygienischen Grundvoraussetzungen nicht gegeben gewesen, um in dieser Gemeinde eine Ausnahme von den Tötungen zu erlauben.

Besonders behandelt wurden lediglich Tauben, da diese für das Virus wenig empfänglich seien und deshalb von den Tötungen ausgenommen wurden. Eine ähnliche Ausnahmeregelung sehe das Gesetz für Papageien und Sittiche nicht vor, obwohl diese nach Angaben der AfD ebenso wenig anfällig für die Geflügelpest seien. Die Halter von seltenen und geschützten Arten seien dem Landkreis nicht bekannt, deswegen habe man auch in solchen Fällen keine Ausnahmegenehmigung erteilen können.

Vogelsbergkreis: Nach Schlachtung von Ziervögeln nimmt Kreisverwaltung Stellung

Die Pfauen hätten sich vermutlich durch Zugvögel angesteckt, so der Landkreis weiter, sodass eine verstärkte Bejagung von Wildvögeln im betroffenen Freiensteinauer Bereich wenig Sinn gehabt hätte. Zudem sei dies gesetzlich auch nicht vorgesehen. Der Kreis wies auch darauf hin, dass die betroffenen Vögel alle unter Betäubung getötet worden seien. Einen Todeskampf hätten sie so nicht überstehen müssen. Mit den Haltern der Vögel sei der Landkreis sehr behutsam vorgegangen. Zum Teil sei sogar ein Notfallseelsorger vor Ort gewesen.

(Lesen Sie hier: Vogelsbergkreis ist kein „Blauzungen-Sperrbezirk“ mehr)

Insgesamt gibt es im Vogelsbergkreis nach eigenen Angaben 575 Geflügelhalter. Von diesen betrieben aktuell drei gewerbsmäßige Mastgeflügelhaltung mit Stallkapazitäten von 500 bis 39.900 Masttieren. Die Anfrage der AfD wurde im Kreistag schriftlich beantwortet.

Das könnte Sie auch interessieren