Vorgeschlagen wurde unter anderem dieser Bereich am nördlichen Ortsausgang des Kernortes. Konkrete Angaben zur Örtlichkeit gibt es bislang nicht.
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Vorgeschlagen wurde unter anderem dieser Bereich am nördlichen Ortsausgang des Kernortes. Konkrete Angaben zur Örtlichkeit gibt es bislang nicht.

2022: Rund-um-die-Uhr-Betrieb

Gemeinde Freiensteinau schlägt drei Standorte für Rettungswache vor

  • Walter Kreuzer
    VonWalter Kreuzer
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Wie geht es mittel- und langfristig weiter mit der Rettungswache in Freiensteinau? Am jetzigen Standort, im Feuerwehrhaus des Kernortes, kann das Fahrzeug nicht mehr lange bleiben. DRK-Rettungsdienst Mittelhessen, Vogelsbergkreis und Gemeinde arbeiten an einer Lösung. Ein erstes Ergebnis liegt vor: „Spätestens im ersten Quartal 2022“ soll die Wache rund um die Uhr besetzt sein.

Freiensteinau - Das Thema brennt den Freiensteinauern schon seit Jahren unter den Nägeln: Die ursprünglich zur Probe eingerichtete Rettungswache im örtlichen Feuerwehrhaus im Vogelsbergkreis ist zwar längst im Dauerbetrieb und seit November 2018 auch an den Wochenenden tagsüber in der Zeit von 7 bis 19 Uhr besetzt.

Der Wunsch nach einem Rund-um-die-Uhr-Betrieb wurde bislang aber nicht erfüllt. Eine entsprechende Forderung der Gemeindevertretung Anfang 2017 wollte Landrat Manfred Görig (SPD) kurzfristig umsetzen, wie er damals gegenüber unserer Zeitung ausführte. (Lesen Sie hier: Kinzigtal: Baugenehmigung für neue DRK-Rettungswache überbracht)

Vogelsbergkreis: Rettungswache in Freiensteinau sucht neuen Standort

Ein Problem ist die Standortfrage. „Eine Erweiterung auf eine 24-Stunden-Besetzung wird angestrebt, ist aber in den derzeitigen Räumlichkeiten nicht möglich“, heißt es dazu auf Anfrage vom DRK-Rettungsdienst Mittelhessen. Und weiter: „In Absprache mit der Gemeinde und dem Vogelsbergkreis wird die Verlagerung der jetzigen Rettungswache in ein anderes Bestandsgebäude darum baldmöglichst erfolgen.

In diesen Räumlichkeiten wird eine Aufstockung möglich sein, die dann spätestens im ersten Quartal 2022 in die Umsetzung kommen wird.“ Auch die Kreisverwaltung verweist darauf, dass die „angestrebte 24-Stunden-Besetzung erst mit dem Umzug in andere Räumlichkeiten realisiert werden kann“.

Mit anderen Worten: Das DRK sucht eine neue Bleibe. Ein Hintergrund ist, dass die Gemeinde auf den Auszug des DRK drängt (siehe „3 Fragen“). Laut Rettungsdienst befinden sich „die vertraglichen Details zu dem neuen Übergangsstandort derzeit noch in Klärung, weshalb wir dazu vorab noch keine weiteren Angaben machen können.“ Aus dem Landratsamt heißt es auch, dass „darüber hinaus zurzeit die Grundlagen für einen Neubau geschaffen werden, der dann in Zukunft die Übergangslösung ablösen soll“. Bei der Festlegung des Standorts seien „neben den rettungsdienstlichen Planungsvorgaben unter anderem auch baurechtliche Fragestellungen zu klären, bis hierüber final entschieden werden kann“.

Das DRK sucht eine neue Bleibe - die Gemeinde Freiensteinau drängt auf den Auszug

Der DRK-Rettungsdienst wird etwas konkreter in seiner Antwort: „Ein Umbau eines Bestandsgebäudes ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. Derzeit werden Grundlagen und Absprachen für die Planungen eines finalen Standortes getroffen.“ Bei dessen Auswahl sei eine „gute Anbindung an Kreis-, Landes- und Bundesstraßen eine der wichtigsten Voraussetzungen und sollte gegeben sein“. Neben Anforderungen des Arbeitsschutzes und des Baurechts müsse beim Bau einer neuen Rettungswache die maßgebliche DIN-Norm 13049 beachtet werden. Diese beschreibe unter anderem Anforderungen an die „Art und Größe der Bereitschafts- und Pausenräume, Umkleideräume, Duschen und Toiletten, Hygieneschleuse und Fahrzeughallen“.

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort ist die Gemeinde Freiensteinau mit im Boot. Bürgermeister Sascha Spielberger (parteilos) hält sich jedoch bei der genauen Beschreibung „unserer drei Vorschläge im Kernort“ zurück. Nur soviel: „Je einer befindet sich am nördlichen und südlichen Ortsausgang sowie in der Ortsmitte. Es gibt einen gewissen Zeitdruck, weil nicht klar ist, wie lange die Flächen zur Verfügung stehen.“

Rettungswache: Eine Erweiterung auf eine 24-Stunden-Besetzung wird angestrebt

Am südlichen Rand des Dorfes befindet sich das Gewerbegebiet „Im Mühlfeld“. Dieses erfüllt die Anforderungen an die Nähe zum überörtlichen Straßennetz ebenso wie das nördliche Ende von Freiensteinau. Im Bereich des alten Tiefbrunnens und ehemaligen Sportplatzes wäre zumindest eine Erschließung wohl unproblematisch.

In der Ortsmitte zweigen die Kreisstraßen in Richtung der Ortsteile Salz, Radmühl und Fleschenbach von der Landesstraße ab. Ein Standort in diesem Bereich – etwa in der Wächtersbacher Straße, wo sich der ehemalige Bauhof der Gemeinde befindet – hätte den Vorteil, dass sowohl diese Dörfer als auch Ulmbach etwas schneller erreichbar wären. Ulmbach gehört zwar zu Steinau und liegt im Main-Kinzig-Kreis. Aber: „Mit dem Main-Kinzig-Kreis wurde vereinbart, dass die Ortschaften Hintersteinau, Neustall, Uerzell und Ulmbach aus Freiensteinau angefahren werden. Darüber hinaus werden im Bereich Fulda die Neuhofer Ortsteile Hauswurz und Kauppen aus Freiensteinau mit abgedeckt“, heißt es vom DRK-Rettungsdienst Mittelhessen zur kreisübergreifenden Zusammenarbeit. Hintergrund sei, dass „von der Rettungswache Freiensteinau die kürzesten Anfahrtswege zu diesen Ortschaften bestehen“. Der Rettungswagen aus dem Blauen Eck fahre im Durchschnitt jährlich etwa 80-Mal in den Main-Kinzig-Kreis und etwa 13-Mal in den Kreis Fulda.

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