Giftiger Riesen-Bärenklau
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Mit ihm ist nicht zu spaßen: Der Riesen-Bärenklau breitet sich deutschlandweit aus - auch im Vogelsberg.

Naturschutzbehörde klärt auf

Riesen-Bärenklau im Vogelsbergkreis - So schützen Sie sich vor Verbrennungen

  • Ann-Katrin Hahner
    VonAnn-Katrin Hahner
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Der Riesen-Bärenklau gilt als Problemkraut. Deutschlandweit breitet sich die Pflanze aus und kann bei Kontakt zu schweren Hautentzündungen und Verbrennungen ersten oder zweiten Grades führen. Im Text erfahren Sie, wie sie sich schützen.

Vogelsberg - Im Vogelsberg (Hessen) ist der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) genannt, verbreitet. Daher hat es sich die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises zur Aufgabe gemacht, über die Pflanze, die vor über 40 Jahren aus dem Kaukasus nach Deutschland kam, aufzuklären.

Denn mit der Pflanze, die bis zu drei Meter hoch werden kann, ist nicht zu spaßen. Der Kontakt mit ihrer Oberfläche und damit mit fototoxischen Substanzen kann zu massiven Hautreaktionen führen. Diese Substanzen legen den natürlichen Sonnenschutz der Haut lahm. Die Folgen sind - besonders bei Sonnenschein üble Hautreaktionen, die sich in Rötungen, Hautentzündungen und Reizungen äußern können. Schlimmstenfalls reagiert die Haut mit blasenbildender Dermatitis, die Verbrennungen ersten und zweiten Grades hervorrufen kann.

Riesen-Bärenklau: Pflanze erkennen, entfernen und Verbrennungen behandeln

Die Hautreizungen und Verbrennungen können über Wochen anhalten und zu nässenden Wunden führen. Sollte eine Pflanze versehentlich berührt worden sein, so empfiehlt die Naturschutzbehörde die betroffene Hautstelle gründlich mit Wasser und Seife abzuwaschen – auch wenn man keine Beschwerden hat. Anschließend sollte Sonnenschutzcreme aufgetragen und für zwei bis drei Tage Sonneneinstrahlung so weit wie möglich gemieden werden.

Doch wie erkenne ich den Riesen-Bärenklau rechtzeitig? Der Bärenklau ist eine sehr imposante Pflanze, mit großen, tief gezähnten Blättern, teilweise 50 Zentimeter und mehr, und prächtigen, schirmförmigen weißen Dolden-Blüten. Der Stängel wird sechs bis acht Zentimeter dick, trägt grobe Haare und lila Flecken – ein gutes Erkennungszeichen zur Bestimmung der Pflanze. Die Dolden sind Treffpunkte für Bienen, Schwebfliegen und Bock-Käfer, teilt die Naturschutzbehörde mit.

Gut zu erkennen: Beim Riesen-Bärenklau ist Vorsicht geboten.

Problempflanze Riesen-Bärenklau: Wie entferne ich die Pflanze?

Der Riesen-Bärenklau sollte rechtzeitig entfernt werden, bevor seine Samen reif sind. „Alle Grundstückseigentümer ob kommunal oder privat, sind dafür verantwortlich“, teilt die Pressestelle des Kreises zu dem Thema mit. Die Entfernung der Herkulesstaude könne das ganze Jahr über erfolgen*. Am einfachsten sei es jedoch im Frühjahr, wenn die Pflanze noch recht klein ist, wie hna.de berichtet.

Und Karl-Heinz Schäfer von der Naturschutzbehörde fügt hinzu: „Nur durch die Zusammenarbeit aller lässt sich das Problem lösen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den Gemeinden mit ihren Baubetriebshöfen, den Straßenmeistereien und den Wasserverbänden zu.“ Der Experte appelliert an Spaziergänger, Angler, Jäger und Naturfreunde: „Bitte melden Sie Herkules-Vorkommen an Ihre Gemeinde und bitten Sie darum, dass etwas unternommen wird.“

Die Bekämpfung und Entfernung großer Bestände sei nur etwas für gut ausgerüstete Fachleute. Es habe jedoch durchaus Sinn, Einzelpflanzen zu bekämpfen. Blieben diese stehen, sei nämlich die Chance groß, dass in der Nähe bald eine größere Population zu verzeichnen ist. Bei der Entfernung einer Einzelpflanze sollten Grundstücksbesitzer mit Brille, Handschuhe und Schutzkleidung die Blüten des Riesen-Bärenklaus abschneiden und diese in einen Müllsack stecken, der später im Restmüll entsorgt wird. „Gegebenenfalls kann der restliche hohle Stängel der abgeschnittenen Pflanze noch mit einer Portion Salz gefüllt werden – die so behandelten Pflanzenreste treiben nicht mehr aus“, erklärt Schäfer.

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Riesen-Bärenklau im Vogelsberg - Herkulesstaude breitet sich immer weiter aus

Seit rund 40 Jahren breitet sich die Staude aus dem Kaukasus im Vogelsbergkreis aus. Zuerst wurde sie als Zierstaude in Gärten oder als Bienenweide angepflanzt – mittlerweile wäre man sie gerne wieder los, denn eine große Pflanze produziert bis zu 10.000 Samen. Mancherorts sind kleine Täler komplett zugewachsen.

In Schlitz „wandern“ immer wieder Herkulesstauden über die Fulda ins Stadtgebiet ein. Und das, obwohl die Staude seit Jahren im Naturschutzgebiet Breitecke und dem angrenzenden Schlitzerland durch das Amt für Wirtschaft und den ländlichen Raum des Vogelsbergkreises, der Stadt Schlitz, Anglern und Landwirten bekämpft wird. Aber es gibt auch Erfolgsmeldungen, wie die Pressestelle des Kreises zu berichten weiß: Problemstellen an der Schwalm „In den Erlen“ in Alsfeld und bei Reibertenrod sind inzwischen verschwunden. (akh) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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