Prof. Michael Reinhardt und Joachim Arnold haben zur Zuständigkeit für die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung im Zeichen des Klimawandels und zur Einführung der OVAG-Wasserampel referiert.
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Prof. Michael Reinhardt und Joachim Arnold haben zur Zuständigkeit für die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung im Zeichen des Klimawandels und zur Einführung der OVAG-Wasserampel referiert.

Im Zeichen des Klimawandels

Vogelsbergkreis: Wie viel Trinkwasser ist noch da? - Neue Wasserampel soll für Überblick sorgen

Zum Jahresbeginn führt die OVAG (Oberhessische Versor­gungs- und Verkehrs­gesell­schaft) eine eigene Wasserampel ein. Sie soll den Kommunen als örtlichen Versorgern ihrer Bürger die Verfügbarkeit von Trinkwasser aus den Wassergewinnungsgebieten des Konzerns anzeigen und somit verdeutlichen, wie viel Wasser in nächster Zeit bereitgestellt werden kann. 

Vogelsbergkreis - Die Wasserampel wird ab dem kommenden Jahr für alle transparent auf der Webseite der OVAG grün, gelb oder rot leuchten. „Mit Einführung der Wasserampel erhalten die Kommunen ein Informationssystem an die Hand. Dieses ermöglicht es ihnen, frühzeitig auf den Trinkwasserverbrauch in ihrem Verantwortungsbereich Einfluss zu nehmen und ihre Bürger zur verantwortungsvollen Trinkwassernutzung zu bewegen, sodass eine nachhaltige Verfügbarkeit bei sorgsamem Gebrauch gewährleistet werden kann,“ erklärt OVAG-Vorstandsvorsitzender Joachim Arnold den Sinn Wasserampel.

Dass dies geboten ist, wurde bestätigt durch einen Vortrag von Prof. Dr. Michael Reinhardt vom Institut für Deutsches und Europäisches Wasserwirtschaftsrecht an der Universität Trier. Er befasst sich mit der Frage, wer rechtlich für die Sicherstellung der öffentlichen Wasserversorgung in klimatisch bedingten Ausnahmesituationen zuständig ist.

Wasserampel der OVAG: Anhaltende Trockenperioden machen besonnenen Umgang mit Trinkwasser notwendig

Als aktuelle Beispiele führte er die anhaltende Hitze des Jahrhundertsommers 2018 sowie die jetzt schon im dritten Trockenjahr in Folge anhaltende Trockenperiode mit geringen Niederschlägen in den Grundwasser neu bildenden Wintermonaten. Die Quintessenz des im Florstädter Bürgerhaus von Prof. Reinhardt gehaltenen Vortrags vor kommunalen Vertretern lautete: Verantwortlich sind die jeweiligen Kommunen vor Ort und das Land Hessen gemeinsam.

Die Kommune ist verantwortlich die Versorgung ihrer Bürger mit Trinkwasser sicherzustellen. Das Land Hessen, vertreten durch seine Wasserbehörden – in diesem Fall das Hessische Umweltministerium und die Regierungspräsidien – wiederum ist dafür verantwortlich, durch die Erteilung von Bewirtschaftungserlaubnissen des Grundwassers die dafür notwendigen Voraussetzungen für die Kommunen zu schaffen. Kommune und Land müssen folglich dabei rechtzeitig und eng kooperieren.

Schonung der Wasserressourcen: Umdenken in der Bevölkerung der erste Schritt

Die OVAG möchte in Zukunft den Kommunen verstärkt dabei helfen, der Wasserversorgung ihrer Einwohner nachzukommen. Hierzu gehört ab 2021 die Einführung der Wasserampel als Vorwarnsystem. So kann eine rechtzeitige Beratung und Sensibilisierung der Bevölkerung durch ihre Kommune ermöglicht werden. „Wir regen an, dass auch die Kommunen wiederum eine örtliche Wasserampel für ihre Bürger zur Information und Lenkung des Verbrauchs installieren: eine kommunale Wasserampel, die den Verbrauch und die Verfügbarkeit der Wasserressourcen berücksichtigt“, empfiehlt Arnold den Kommunen.

Er fügt an: „Vor allem aber muss in der Bevölkerung ein Umdenken hin zu einem sensibleren Umgang mit dem Lebensmittel Nummer eins, dem Trinkwasser, stattfinden, denn der Klimawandel entfaltet jetzt schon seine Auswirkung - auch auf die Wasserressourcen.“ (akh)

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