Die Vulkanregion Vogelsberg ist ab sofort der 17. Nationale Geopark in Deutschland.
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Die Vulkanregion Vogelsberg ist ab sofort der 17. Nationale Geopark in Deutschland.

Auszeichnung mit Gütesiegel

Die Vulkanregion Vogelsberg ist ab sofort der 17. Nationale Geopark in Deutschland

Der Geopark Vulkanregion Vogelsberg ist ab sofort der 17. Nationale Geopark in Deutschland und der vierte in Hessen. „Das ist ein bedeutender Schritt für das Image des Vogelsberges, auf das wir lange gemeinsam hingearbeitet haben“, kommentierte Landrat Manfred Görig die Auszeichnung.

Vogelsberg - „Wir freuen uns über diese Auszeichnung, denn es gibt einen Schub, unser Alleinstellungsmerkmal „Vulkanismus und Leben“ noch mehr mit qualitativ hochwertigen Angeboten zu unterlegen“, so Görig weiter. „Nicht zu vergessen: Für unsere eigene Wahrnehmung und Identität dürfen wir als Vogelsberger stolz darauf sein, dass ein Expertengremium uns dieses Gütesiegel verliehen hat.“

In einem mehrstufigen Prozess aus schriftlicher Antragstellung, Bereisung des Geoparkgebietes und einer Abschlusspräsentation vor dem Gremium Zertifizierungskommission Nationaler Geopark konnte der Vogelsberg nach Angaben des Kreises die Jury davon überzeugen, für die nächsten fünf Jahre dieses Prädikat tragen zu dürfen.

Hintergrund Geopark

Seit den 1990er Jahren gibt es Initiativen zur Ausweisung von Geoparks. Die Auszeichnung Nationaler GeoPark in Deutschland wurde im Jahr 2002 das erste Mal verliehen. Die Verleihung erfolgt durch die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung im Auftrag des Bund-Länder-Ausschuss für Bodenforschung (BLA-GEO). Geoparks fungieren als Netzwerke in den Regionen. In Hessen gibt es jetzt vier Nationale Geoparks: Bergstraße-Odenwald, Grenzwelten (Waldeck Frankenberg) und Westerwald-Lahn-Taunus sowie den Geopark Vulkanregion Vogelsberg.

Die Gesamtheit der Angebote aus den geologischen Grundlagen im größten Vulkangebiet Mitteleuropas, die naturräumliche Ausstattung mit Geotopen und Naturdenkmalen, die Landschaftsgestaltung, der Präsentation des geologischen Inventars für Besucher und nicht zuletzt die Infozentren wie das Vulkaneum Schotten oder die Naturerlebnisausstellung Hoherodskopf seien die Grundlage für diese positive Entscheidung gewesen.

„Das war nur möglich, weil viele Akteure im haupt- und ehrenamtlichen Bereich, jeder auf seinem Gebiet und mit seinem Wissen um die örtlichen Verhältnisse, mit großem Engagement dazu beigetragen haben“, erklärte Landrat Görig. „Hierfür meinen herzlichen Dank.“

Die Zertifizierungskommission wurde am Infozentrum Hoherodskopf empfangen.

Vereine und Initiativen wie die Erzweggruppe in Mücke und Grünberg, die Sektion Vogelsberg der DVG, die Steinbruchfreunde in Michelnau, die Initiativgruppe in Eichelsachsen und auch die Geo- und Naturparkführer mit ihren Naturerlebniswanderungen und ihrer Umweltbildung seien nur einige Beispiele dafür, wie die Vulkanregion mit vielen Facetten im Antrag präsentiert werden konnte.

Seit der Gründung des Geoparks ab 2013 war das Ziel ausgerufen worden, sich als Nationaler Geopark etablieren zu wollen. Erst mit dem Erreichen der Meilensteine Vulkaneum, Neukonzeption Info-Zentrum Hoherodskopf, Schaffung von zahlreichen Geotouren, Ausweisung von Geotopen als Naturdenkmale und zunehmender Präsenz des Geoparks in der Öffentlichkeit sei es möglich gewesen zu punkten.

Geschäftsführer Hartmut Greb und Geowissenschaftlerin Christina Plass sehen in dem Titel die Möglichkeit, den Vogelsberg als größtes Vulkangebiet noch mehr ins Bewusstsein zu rücken und den Bekanntheitsgrad deutschlandweit zu steigern. „Wir sind damit in einer anderen Liga angekommen, um es sportlich auszudrücken. Die Gemeinschaft der Nationalen Geoparks bietet sehr viel größere Möglichkeiten in der Vermarktung und im Austausch.“

Der Titel sei Ansporn und Herausforderung zugleich, sich in den kommenden Jahren weiter intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und das geologische und touristische Potenzial zu nutzen, um die breite Öffentlichkeit auf Geo- und Naturschätze in der Vulkanregion aufmerksam zu machen. Es gelte das Bewusstsein für das geologische Erbe zu erweitern, zu verbessern und auch auf dessen Schutz und Verletzlichkeit hinzuweisen.

„Dazu sollen die touristischen Kräfte gebündelt werden, um die Vulkanregion als einmalige Natur- und Kulturlandschaft im Ganzen zu entwickeln“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vogelsbergkreises. „Somit existieren schon Pläne und Ziele für die nächsten Jahre, so zum Beispiel die Ausrichtung der Geotop-Tagung im Mai 2021 in Schotten, um die Vulkanregion nochmals einem breiteren Fachpublikum vorzustellen.“ (srx)

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