Foto: Bernd Götte

Waldbrandgefahr im Schlitzerland wieder akut – Gefährdung geht wohl ab Ostermontag zurück

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Schlitz - Noch im März gab es berechtigte Hoffnung auf ausreichend Wasser für den Wald, jetzt im April besteht schon wieder Waldbrandgefahr. Dem feuchten Winter war es gedankt: Der Grundwasserspiegel hatte sich wie schon im Bergwinkel auch im Schlitzerland erholt.

Von unserem Redaktionsmitglied Bernd Götte

Wer jetzt aber über die Felder blickt, sieht schon wieder Staubwolken hinter Traktoren ziehen. Kommunen und Forstämter warnen vor Waldbrandgefahr. Auch vor diesem Hintergrund ist das Grillverbot am Pfordter See im Vogelsberg zu sehen, wie Stadtrat Willy Kreuzer erklärt.

Das hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hatte im März mitgeteilt, dass sich die prekäre Grundwassersituation schon seit Oktober entspannt habe. Der nasse Winter tat das Übrige, um die Wasserreservoirs wieder aufzufüllen.

Trotz hoher Niederschlagsmenge akute Gefahr

Der Februar habe mit einer Niederschlagsmenge von 124 Millimeter den langjährigen Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010 um 116 Prozent übertroffen. Nasser sei der Februar seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen nur in den Jahren 1981 und 2002 gewesen, heißt es.

Und mit 248 Millimeter Niederschlag lag der Winter insgesamt 21 Prozent über den langjährigen Mittelwerten. Gereicht hat dies offenbar nicht. Zwar, so Jürgen Dickert vom zuständigen Forstamt, könne sich der Grundwasserspiegel noch erholen, aber die Waldbrandgefahr sei akut.

Ab Ostermontag lässt Gefährdung nach

Auch das hessische Umweltministerium warnt aufgrund der trockenen Witterung und der gestiegenen Temperaturen vor einer erhöhten Brandgefahr in den Wäldern. Nach aktuellen Daten des Deutschen Wetterdienstes besteht demnach in Hessen überwiegend mittlere Waldbrandgefahr.

Ab Ostermontag werde bei leichten Niederschlägen und einem Temperaturrückgang zumindest vorübergehend mit einer etwas abnehmenden Gefährdung gerechnet.

In vorigen Jahren nur bedingt Gefahr

Bevor im Frühjahr bei Sträuchern, Bäumen und Bodenvegetation frisches Grün stärker ausgetrieben ist, stellen vertrocknetes Reisig und Laub sowie Gras vom Vorjahr auf den Waldböden ein potenziell leicht brennbares Material dar.

Bedingt durch die vorwiegend feuchte Witterung im Winter und in der ersten Märzhälfte war die Waldbrandgefahr bislang eher gering. Im Jahr 2019 kam es in Hessen zu insgesamt 84 Waldbränden mit einer Schadensfläche von rund 19,5 Hektar.

Waldbesucher müssen auf einiges achten

Aktuell wird der Wald intensiv für Spaziergänge und sportliche Aktivitäten genutzt. Das Umweltministerium bittet alle Besucher um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit. Im Wald ist das Rauchen grundsätzlich nicht gestattet.

Waldbrandgefahr geht ebenfalls von liegengelassenen Flaschen und Glasscherben, aber auch entlang von Straßen durch achtlos aus dem Fahrzeugfenster geworfenen Zigarettenkippen aus. Das Grillen an öffentlichen Plätzen ist momentan aufgrund der Corona-Krisenregeln nicht zulässig.

Alle Waldbesucherinnen und -besucher werden zudem gebeten, die Zufahrtswege in die Wälder nicht mit Fahrzeugen zu blockieren. Autos dürfen nur auf den ausgewiesenen Parkplätzen abgestellt werden. Die Fahrzeuge sollten nicht über trockenem Bodenbewuchs stehen, damit der heiße Auspuff nicht zu Bränden führt.

Das könnte Sie auch interessieren