Der für die nächsten drei Jahre gewählte Vorstand. / Foto: Dieter Graulich

Waldjugendspiele waren ein Höhepunkt des Jahres für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Vogelsberg - Ein eher ruhiges Jahr sei 2015 gewesen, so Hans-Jürgen Rupp, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Vogelsberg, in der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Zur Mühle“ in Lauterbach-Rimlos.

Die Pflanzaktion von Feldahorn als „Baum des Jahres 2015“ war bei der Gemeindeverwaltung Grebenhain. Alljährlich fester Programmpunkt ist die Durchführung der Waldjugendspiele in Schlitz und Grebenhain mit diesmal insgesamt 200 Schülern. Organisiert wurden diese von den Forstämter Burghaun und Schotten.

Stellungnahmen und diverse Sitzungen, auch beim Regierungspräsidium Gießen, mussten im Rahmen der Windkraftplanungen erledigt werden. Teilgenommen wurde an der Regionalkonferenz des Landesverbandes in Gießen.

Die jeweils einstimmige Wiederwahl des gesamten Vorstandes zeigte anschließend deutlich die Zufriedenheit über die Arbeit des Gremiums. In ihren Ämtern wurden für die nächsten drei Jahre bestätigt: Vorsitzender Hans-Jürgen Rupp, dessen Stellvertreter Heiko Stock, Rechnerin Margot Schiek, Schriftführer Arno Eifert, Pressewart Alfred Hahner und die Beisitzer Karl-Heinz Zulauf, Jürgen Dickert, Rainer Hellwig und Hans-Jürgen Fey.

Für 2016 stehen die Durchführung der Traditionsveranstaltungen Waldjugendspiele und die Pflanzaktion des „Baum des Jahres“, die Winterlinde, in Ruhlkirchen, Gemeinde Antrifttal und die Teilnahme am Landesdelegiertentag am 30. April in Friedberg auf dem Programm. Der Jahresausflug unter Leitung von Gerold Beckmann geht vom 12. bis 18. Juni in drei Nationalparks im Baltikum.

Vortrag von HessenForst-Mitarbeiter zum Abschluss

Abschluss der Veranstaltung war der Vortrag „Waldbewirtschaftung und Naturschutzleistungen von Hessen-Forst“ von Dr. Jürgen Willig, Sachbereichsleiter für forstliche Betriebsplanung bei HessenForst in Gießen. Nach der Eiszeit hätten sich in Hessen artenreiche Waldgesellschaften entwickelt, die bis zum Ende des Mittelalters von der ständig wachsenden Bevölkerung erheblich beeinträchtigt wurden, so dass vor etwa 300 Jahren größtenteils erheblich gestörte Waldbestände zurückblieben.

Ursachen war die zunehmende ungeregelte Holznutzung, umfangreiche Waldweide und Streunutzung. Der Forstwirtschaft gelang es in den darauffolgenden Jahrhunderten wieder vorratsreiche Wälder aufzubauen, allerdings vor allem durch Nadelbaumarten geprägt, da diese sich besser für die Aufforstung von Freiflächen bewährt haben.

Diese Wälder waren allerdings zum Teil nicht an ihren Standort angepasst und Fichtenmonokulturen wurden sehr instabil und führten bei Stürmen zu großflächigen Windwürfen und nachfolgend zu großen Schäden durch Borkenkäfer. Seit etwa 50 Jahren werde in Hessen naturnaher Waldbau betrieben. Diese Art der Bewirtschaftung sei sehr erfolgreich, die Wälder in Hessen sind gemischt, struktur- und artenreich und stabil.

Naturschutzleitlinie mit vier Komponenten

Programme zur Förderung der Biodiversität erforderten weitere Maßnahmen im Wald. HessenForst habe sich für den Staatswald eine Naturschutzleitlinie erarbeitet die vier Komponenten beinhalte: den „Naturschutzkodex“. Jeder Mitarbeiter von HessenForst beachte bei seinem täglichen Tun immer auch die Auswirkungen auf die Belange des Naturschutzes und behalte diese im Blick. Die „Artenpatenschaften“.

Jedes Hessische Forstamt sei für eine oder mehrere gefährdete Arten zuständig und führe Maßnahmen zur deren Förderung durch. Das Forstamt Romrod kümmere sich vor allem um den Schwarzstorch. Gemäß dem „Habitatbaumkonzept“ werden in allen älteren Laubbaumbeständen mindestens drei Habitatbäume ausgewählt, die dauerhaft von der Nutzung verschont bleiben und Lebensraum für viele waldbewohnende Arten, besonders höhlenbrütende Vogel- und Fledermausarten, bieten. Das „Kernflächenkonzept“ sagt, dass auch Waldflächen vollständig aus der Bewirtschaftung entlassen werden, um die natürliche Waldentwicklung zuzulassen werden. Dies geschieht auf cirka 25.000 Hektar in Hessen.

Weitere Flächenstilllegungen sollten nicht geplant werden, da zurzeit Deutschland nur etwa 50 Prozent seines eigenen Holzbedarfs decken könne. Jede Stilllegung bedeute auch, dass mehr Holz importiert werden müsse und dies geschehe nicht immer nur aus Ländern mit nachhaltiger Forstwirtschaft. Hier sei ein Vorgehen mit Augenmaß und globaler Verantwortung angesagt. / grau

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