Alle Teilnehmerinnen der Projektwochengruppe „Theater“ der IGS. / Foto: Sigi Stock

Wann wird die Welt tanzen? Finale der Theatertrilogie der Gesamtschule Schlitzerland fliegt in die Zukunft

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schlitz - Im letzten Teil der Theatertrilogie „Auf der Suche nach dem Geheimnis der Zeit“ machte sich vergangene Woche eine Gruppe von 17 Schülern der Gesamtschule Schlitzerland in Zusammenarbeit mit der Theater- und Opernregisseurin Dina Keller-Metje und der IGS-Lehrerin Bärbel Wesemann auf die Suche nach der Zukunft.

Von unserer Mitarbeiterin Sigi Stock

Hat die Zeit in Zukunft ein Ende? Kann man die Zeit so schnell beschleunigen, dass sie anhält? Wenn die Vergangenheit unsere Zukunft wäre und die Zukunft unsere Vergangenheit, was wäre dann die Gegenwart? Mit einer ganzen Kaskade an Fragen zur Zukunft, die die Schüler anhand ihrer eigenen Ideen und Biographien entwickelt hatten, zogen sie im Rahmen der Projektwoche der IGS durch Schlitz. Dort untersuchten sie als „Zukunftsforscher“ ihre Fragen in Experimenten im Stadtraum.

Angelehnt an ein Zeit-Bild-Maschinen-Modell eines Sechstklässlers wurde beispielsweise der Hinterturm zur Zukunftsmaschine. Dank Georg Eichenauers, der in Schlitz über den Hinterturm und von dort aus über die Stadt wacht, kamen die Schüler per Aufzug der Zukunft ein Stückchen näher. Vom Turm aus wurde zusammen mit einigen Gästen die Zukunft gerufen und mit Ängsten und Wünschen betraut. Auf dem Kirchplatz testeten sie anschließend, ob sie durch Bewegung und Tanz im Raum die Zeit anhalten könnten.

Dabei gingen sie der Frage einer Mitschülerin nach, wann die Welt endlich zusammen tanzen wird. Rund um Rathaus und Vorderburg suchten sie nach dem Zeitwächter in Schlitz, pflanzten Heimlichkeiten für die Zukunft in Schlitzer Boden und untersuchten ferner, ob es sich bei den bunten Pünktchen, die man beim Blick in den Himmel langsam entdeckt, um Zeit-Punkte handeln könnte, die Zeit sichtbar machen.

Begeistert von Ensemble-Leistung

Die Forschungsergebnisse wurden in Wort und Bild festgehalten und anschließend zurück in die Schule gebracht. Dort übersetzten sie diese unter Anleitung der Theaterregisseurin Dina Keller-Metje in Bewegung, Poesie und Bilder. Hieraus erstellten sie ein Theaterstück, das zum Schulfest am Ende der Projektwoche gezeigt wurde.

Im Stück, das die Idee des Flugs in die Zukunft vom Hinterturm aus aufgriff, flogen sie durch Raum und Zeit, „pflückten“ Zeitpunkte aus ihrem Leben und brachten das Rad der Zeit in Bewegung. Am Ende landeten sie zwar wieder auf einem Schulfest der IGS, dies allerdings, mit Schrecken festgestellt, zu deren 100-jährigem Jubiläum in der Zukunft.

Das Publikum, zu dem auch Lehrer und Schulleitung zählten, war begeistert von der Ensemble-Leistung, von den Gedanken und philosophischen Experimenten der Schüler und von der künstlerischen Umsetzung im Stadtraum und in der Schule auf der Bühne.

Theater-Trilogie damit zu Ende gegangen

Im Laufe der vergangenen drei Monate hatten sich die Klasse 6.3, die Klasse 7.5, die Theater-AG und nun die Projektwochen-Gruppe an dem Theatervorhaben, das als Projekt von FLUX-Theater und Schule in Hessen unterwegs realisiert wurde, beteiligt. Jede Gruppe und Klasse gestaltete im Laufe der Wochen zu einem Aspekt der Zeit eine eigene Theaterwerkstatt mit Präsentation und reichte Ideen und Vorschläge an die anderen Gruppen weiter.

Mit der Präsentation kurz vor den Sommerferien endete die Theater-Trilogie, die die Themen „Anfang“, „Ende“, „Zukunft“ und „Zwischenzeit“ erforscht und auf die Bühne gebracht hat. Dina Keller-Metje sieht es in der eigenen Arbeit als Theaterregisseurin als große Bereicherung, ihr Theaterhandwerk in einem erweiterten Kontext, in diesem Fall in der Schule, einbringen zu können und auf diesem Wege einen Einblick in die Sichtweisen und Lebenswelten der Schüler zu bekommen.

Diesen Einblick kann sie dann wiederum in ihre weiteren Arbeiten einfließen lassen. Besonders große Freude macht ihr dies an der IGS, da das dortige Schulklima, der Teamspirit und die eigenwilligen Ideen und Vorhaben der Schüler eine hervorragende Basis für die Theaterarbeit bilden. Auch sie zieht aus ihrer Theaterarbeit im Bereich der kulturellen Bildung immer wieder neue Perspektiven und Ideen: Zum Beispiel, wenn sie mit den Schülern den Theaterbegriff verhandelt: Was ist Theater, und was könnte es sein und werden?

Die Gesamtschule Schlitzerland ergänzt mit den Theaterwerkstätten ihr Angebot im Bereich der Kulturellen Bildung um einen weiteren Baustein. Der Verein zur Förderung der Zusammenarbeit von Theatern und Schulen ermöglichte dieses FLUX-Projekt. Gefördert wurde das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, unterstützt vom Hessischen Kultusministerium. Auch der Förderverein der Gesamtschule trug zur Realisierung des Projekts bei.

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