Ein Lkw fährt an einem Stoppschild vorbei
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Das „Stopp“ des Landes bleibt bestehen.

Wartenberg atmet auf

Entscheidung des Landes: Fahrverbot auf B 254 bleibt bestehen

  • Eike Zenner
    vonEike Zenner
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Das hessische Verkehrsministerium bleibt dabei: Das Fahrverbot für den sogenannten Maut-Ausweichverkehr auf der B 254 bleibt. Der Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD) hatte sich für eine Abschaffung ausgesprochen. Wartenberg atmet auf.

Wartenberg - „Somit wird weiterhin in Kauf genommen, dass ortsunkundige Lastwagen-Fahrer auf Nebenstrecken ins Schwalmtal oder ins Gründchen ausweichen, das ist eine echte Gefährdung der Verkehrsteilnehmer“, kommentierte Landrat Görig das Schreiben aus Wiesbaden. Dieses Ausweichen sollte aus seiner Sicht jedoch unterbunden werden.

Mehrfach sei der Kreis in dieser Sache aktiv geworden; zuletzt im Februar. Görig schlug dem Ministerium einen Verkehrsversuch vor: Für ein Jahr sollte das Streckenverbot für den Maut-Ausweichverkehr auf der B 254 Alsfeld–Fulda aufgehoben werden. Danach sollte das Ministerium entscheiden, ob Lastwagen die B 254 weiterhin befahren dürfen. Für Wartenberg hätte das womöglich mehr Verkehr bedeutet.

Absage an Verkehrsversuch

Einen solchen Versuch wird es nun nicht geben. Die Voraussetzungen dafür seien nicht gegeben, teilt der Vogelsbergkreis unter Verweis auf ein Schreiben des Verkehrsministeriums mit. Dieses habe die Sach- und Rechtslage im September und Dezember 2019 dargelegt. An dieser Einschätzung habe sich nichts geändert.

„Die Voraussetzungen für die Aufhebung des angeordneten Lkw-Fahrverbots auf der B 254 liegen weiterhin nicht vor“, heißt es aus Wiesbaden. „Es ist absolut unverständlich für mich, warum man einem Verkehrsversuch nicht zugestimmt hat. Wiesbaden kennt die örtlichen Verhältnisse nicht: Enge Straßen und unnötiger Lkw-Verkehr gehen nicht zusammen“, sagt der Landrat.

Anordnung erfolgte 2006

2006 wurde für die B 254 Felsberg–Fulda ein Durchfahrverbot für Lkws über zwölf Tonnen im Durchgangsverkehr angeordnet. Damit sollte verhindert werden, dass Brummis die mautpflichtige Autobahn in Nordhessen verlassen und über autobahnnahe Bundesstraßen wie die B 254 fahren, um Kosten zu sparen.

Daraufhin mehrten sich Klagen aus umliegenden Gemeinden, weil Lkw-Fahrer versuchten, das Streckenverbot zu umfahren und auf Landes- und Kreisstraßen auswichen, obwohl ihr Ziel Lauterbach, Herbstein, Wartenberg oder Fulda war und somit das Fahrverbot auf der B 254 für sie als Anlieger nicht galt. Nach Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen 2018 sah Görig das Streckenverbot auf der B 254 – ursprünglich gedacht, um den Maut-Ausweichverkehr einzuschränken – als „nicht mehr zwingend erforderlich“ und teilte dies dem Ministerium mit. Das lehnte ab und hält am Lkw-Fahrverbot fest.

Dahlmann: Folgerichtig und konsequent

Wartenbergs Bürgermeister Dr. Olaf Dahlmann (SPD) nannte gestern das Verhalten der Landesbehörde „folgerichtig und konsequent“. Er hatte sich im Februar an das Ministerium gewandt, weil er keine Notwendigkeit für die Aufhebung des Verbotes sieht. Zudem sei die Aufhebung nicht die einzige Lösung; es brauche „engere Kontrolle des Durchfahrtverbotes“ .

nz

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