„Wir bringen Leute zusammen“
Uns auf Google folgenCity Marketing Fulda füllt auch in schwierigen Zeiten Innenstadt mit Leben

Ein bisschen kann man sich das City Marketing wie ein Herz im Körper vorstellen: Es ist selten sichtbar, selten greifbar, aber es pumpt im Hintergrund Leben in die Fuldaer Innenstadt. Eine Belebung, von der auch 2022 der Handel, Kulturschaffende und Gastronomie profitieren sollen.

Von Torsten Goßmann
Edi Leib, Clemens Neidert und Felix Wessling vom City Marketing Fulda teilen gemeinsame Passionen: Sie sind mit Herzblut Gastgeber, sie lieben die Arbeit mit Menschen und für sie ist es eine Triebfeder, wenn ihre entwickelten Konzepte von ihren Gästen begeistert angenommen werden.
Eigentlich sollte der 20. März Stichtag für weitgehende Lockerungen der Corona-Maßnahmen sein. Die hessische Landesregierung hat allerdings inzwischen verkündet, dass es diesen „Freedom Day“ zu diesem Zeitpunkt noch nicht geben wird. Der Hoffnung des City Marketings hat diese Nachricht aber keinen Abbruch getan: „Wenn uns die beiden vergangenen Jahre etwas gelehrt haben, dann ist das Geduld“, macht Clemens Neidert (S-Club und 2. Vorsitzender City Marketing) deutlich.
Eine Zeitlang den Alltag vergessen lassen
„Wir sind aber weiterhin guter Dinge, dass wir bald wieder zur alten Normalität zurückkehren können, nicht zuletzt, weil auch der Sommer immer näher kommt, was uns in die Karten spielt“, ergänzt Felix Wessling (Alte Schule, Heimat, Schriftführer City Marketing). Die „alte“ anstelle der neuen Normalität ist auch für Edi Leib und Clemens Neidert das ausschlaggebende Stichwort.„Die Leute müssen das Erleben und das Aktivsein wieder lernen“, sagt Neidert. Sie sind überzeugt, dass der Wegfall der Corona-Regeln nur die eine Seite der Medaille ist. Gleichzeitig müsse aber auch im Bewusstsein des Konsumenten ankommen, dass Ausgehen und Erlebnisse eine Chance für eine „schöne Zeit sind“. Denn genau das ist es ja, was Gastronomen und Veranstalter wollen: Menschen zusammenbringen und ihnen besondere Momente bieten. Die Gesichter der Gäste, die Freude in ihren Augen, wenn ihnen ein schönes Erlebnis präsentiert wurde, das seien die Momente, die dem Gastgeber beantworten, warum er seine Arbeit überhaupt macht. Für Felix Wessling sind Gastronomen inzwischen zu Experten darin geworden, schnell auf neue Situationen einzugehen, was er auch als Chance begreift.

Kaltstart für jüngere Generation
„Es gibt ja nicht nur die Konsumenten, die das Ausgehen schmerzlich vermisst haben, sondern auch die, die es noch gar nicht kennenlernen durften, egal in welchen Bereichen“, führt der leidenschaftliche Gastronom Wessling an. Seine eigenen Kinder sind gerade in dem Alter derer, denen sich nach zwei Jahren Pandemie völlig neue Möglichkeiten bieten.
Denn viele junge Menschen werden eine Menge Nachholbedarf haben und müssen sich neu sortieren. „Wir haben 18-, 19-, und 20-Jährige, für die ein Besuch im Club oder ein gemütliches Bier in der Kneipe eine völlig neue Welt sind, was wir hingegen als selbstverständlich kennen“, führt Neidert vor Augen.
Beteiligte an einen Tisch bringen
Nicht nur über Aktionen und Events bringt das City Marketing Menschen zusammen, sondern auch im Hintergrund, und zwar durch intensive Vernetzungsarbeit: „Wir haben einen Stammtisch in der Alten Schule, wir arbeiten eng mit Interessensgemeinschaften, dem Gewerbe und den Behörden zusammen, um deren Ideen in unsere Konzepte mitaufzunehmen und diese dann auch umzusetzen“, erklärt Edi Leib.
Das City Marketing möchte, dass Fulda auch über Events wie etwa die Landesgartenschau hinaus eine Stadt ist, die Touristen gerne besuchen. Da spielen auch kleinere Aktionen wie der Fuldaer Stadtstrand eine wichtige Rolle, der im vergangenen Jahr super angenommen wurde.

Was sich das City Marketing darüber hinaus noch für Fulda wünscht, wäre eine übergreifende After-Work-Kultur. „Der Gedanke dahinter wäre, dass Berufstätige, sofern es die Öffnungszeiten von zum Beispiel Geschäften naheliegend machen, in der Gaststätte um die Ecke ihr Feierabendbierchen trinken und gemütlich den Tag ausklingen lassen.“ Eine konkrete Aktion dazu ist zwar noch nicht in Planung, aber wer weiß, vielleicht findet die erste Idee bald Anklang.